Ein Sport, zwei Saarlandmeister

Nanu, was ist denn da los? Im Beach-Soccer finden binnen einer Woche zwei Saarlandmeisterschaften statt. Die des Saarländischen Beach-Soccer-Verbandes am vergangenen Wochenende und eine des Saarländischen Fußball-Verbands am kommenden Samstag in Einöd.

Wer wird Saarlandmeister im Beach-Soccer 2015? Diese Frage wurde am vergangenen Wochenende im Strandbad am Bostalsee beantwortet, wo der Saarländische Beach-Soccer-Verband (SBSV) die Titelkämpfe ausrichtete (siehe nebenstehenden Bericht). Sieben Teams kämpften um die Qualifikation zu den deutschen Meisterschaften des Deutschen Beach-Soccer-Verbandes (DBSV).

Eine Woche später wird nun am kommenden Samstag im Sportzentrum Einöd ein weiterer Saarlandmeister ermittelt. Dort ist der Saarländische Fußball-Verband (SFV) der Ausrichter und es geht es um die Qualifikation zur süddeutschen Meisterschaft des DFB. Zwei landesweite Titelkämpfe in einer Woche - wie es zu so etwas kommt? Der SBSV unter der Leitung von Adrian Harasimiuc veranstaltet schon seit einigen Jahren Titelkämpfe, der SFV ist zum ersten Mal Ausrichter einer Saarlandmeisterschaft. Der Grund: Der "DFB-Masterplan Amateurfußball" sieht die Einführung von regionalen und nationalen Beach-Soccer-Meisterschaften vor. Der Saarländische Landesverband muss diese Vorgabe nun umsetzen.

Dies missfällt natürlich dem 2001 gegründeten DBSV. "Wir veranstalten seit vielen Jahren deutschlandweit Turniere. Ohne den DBSV gäbe es Beach-Soccer in Deutschland gar nicht", sagt Harasimiuc, der auch DBSV-Vorstandsmitglied ist. "Wir haben in den letzten Jahren immer wieder versucht, Kontakt zum DFB wegen einer Zusammenarbeit aufzunehmen. Damals hieß es aber immer, der DFB habe kein Interesse am Beach-Soccer." Nachdem dies nun anders ist, gab es erneute Gespräche zwischen dem in Wallerfangen ansässigen DBSV und dem großen DFB. "Die kann man in einem Satz zusammenfassen. Wir haben die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen. Die haben gesagt, wir sollen unseren Verband zumachen", erzählt Harasimiuc.

Neben den Gesprächen auf nationaler Ebene gab es auch Bemühungen, einen Konsens auf saarländischer Ebene zu finden. Doch auch der Dialog zwischen dem Saarländischen Beach-Soccer-Verband, dessen Vorsitzender Harasimiuc ist, und dem Saarländischen Fußball-Verband scheiterte. "Wir hätten gerne eine Meisterschaft in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Beach-Soccer-Verband gemacht. Aber der DBSV (dessen Mitglied der SBSV ist, Anm. d. Red.) wollte eigenständig bleiben, und das geht nach den DFB-Vorgaben nicht", erklärt Stephan Alt, Vorsitzender der Kommission Freizeitsport beim SFV.

Der diesjährige Saarlandmeister im Beach-Soccer steht seit Sonntag fest - zumindest der des Saarländischen Beach-Soccer-Verbands (SBSV). Die Duddler gewannen das Finale am Bostalsee mit 6:3 gegen Dioses D'Arena. "Die Duddler sind Saarlandmeister", stellte der SBSV-Vorsitzende Adrian Harasimiuc klar. Sein Verband liegt mit dem Saarländischen Fußball-Verband (SFV) im Clinch. Der SFV kürt am kommenden Samstag seine Beach-Saarlandmeister in Einöd.

Den Schwarzen Peter für den Zank der Verbände schiebt Harasimiuc dem Deutschen Fußball-Bund zu. "Der DFB spielt mit unfairen Mitteln und wirbt Vereine ab", beklagte er. Mit seinem Team Concordia Bohnental zog der kickende Funktionär anschließend im kleinen Finale die All Whites mit 5:2 ab. Die Duddler aus dem Warndt machten sich vor dem Endspiel so ihre Gedanken, wie sie sich gegen Dioses D'Arena durchsetzen könnten. "Unser Vorteil ist wohl die Fitness", ahnte Duddler Dominik Schwartz. Und in der Tat war sein Team gegen Ende nicht mehr zu stoppen und gewann mit 6:3.

Mit dem Erreichen des Halbfinales hatten vier Teams die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft, die im Juli am Bostalsee ausgetragen wird, schon in der Tasche. Die Duddler setzten sich in ihrem Semifinale mit zwei Siegen gegen die All Whites durch. Concordia Bohnental und Dioses D'Arena mussten noch ein drittes Spiel bestreiten, bis die Dioses nach einem 3:0 als zweiter Finalteilnehmer feststanden.

Der deutsche Meister Extase Hartfuß hatte bereits im Viertelfinale ausgespielt. Mit 2:4 und 2:3 wurde er von den All Whites aus dem Turnier gekickt. Wegen eines Trainingslagers der Beach-Soccer-Nationalmannschaft am Bostalsee fehlten dem Team drei wichtige Spieler.