Ein puristisches Klangerlebnis

Sie soll nach Aussage der Organisatoren eine Ergänzung zum Jazzsommer in Homburg sein, die Reihe „Jazz im Forum“: Nach dem „Carte Blanche“-Auftritt kommt am 10. Oktober Thomas Girard zum nächsten Konzert .

Einen ganz besonderen musikalischen Leckerbissen erlebten die Freunde des Modern-Jazz am vergangenen Freitagabend im großen Sitzungssaal des Homburger Rathauses. Ein tolles Jazz-Quintett in hochkarätiger Besetzung nahm sie mit auf eine aufregende Reise durch die Welt des Jazz. Mit einem interessanten Programm in hoher Qualität sorgten die fünf Musiker in zwei Sets für gute Laune bei den Zuhörern. Unter dem Motto "Carte Blanche" waren jeweils zu gleichen Teilen Eigenkompositionen und Originalkompositionen zu hören. Eingeladen zu diesem hochklassigen musikalischen Ereignis im Rahmen der Konzertreihe "Jazz im Forum" hatte der Verein Stadtkapelle Homburg.

Unter "Carte Blanche" verstehe man in der Kunst einen "Freifahrtschein", der es dem Künstler ermögliche, seine Vorstellungen ohne Vorgaben umzusetzen, erklärte Ulrike Stutz, Vorsitzende des Vereins Stadtkapelle, im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie freue sich, mit dem sehr renommierten Saxofonisten Johannes Müller einen Musiker gefunden zu haben, der frische Musik auf die Bühne bringe und sich damit das Motto "Carte Blanche" zu Nutze mache, so Stutz. Aus "Jazz im Forum" sei eine Reihe geworden, die im Frühjahr und im Herbst eine Alternative zum Homburger Jazzsommer darstelle und dafür sorge, "dass die Jazzfreunde nicht darben müssen". Für Posaunist Philipp Schug, musikalischer Leiter der Homburger Stadtkapelle, stellt der Sitzungssaal im Forum eine außergewöhnliche Musikstätte dar.

"Die Akustik ist hier sehr interessant und hat einen guten Grundsound", betonte Schug. Er habe für das Konzert in Homburg tolle Freunde und Musiker um sich versammelt, um mit Standards großer Jazzmusiker das Forum zum Grooven zu bringen, erklärte Johannes Müller. Mit den Spitzenmusikern Philipp Schug (Posaune), Christian Pabst (Piano), Gautier Laurent (Bass) sowie Jean-Marc Robin (Drums), welche alle auch noch in unterschiedlichen Formationen tätig sind, hatte Johannes Müller (Saxofon) kongeniale Kollegen gefunden, die ihm einen kreativen Background sowie Inspiration gaben. Und so spielte das Jazz-Quintett bei seiner Premiere in Homburg in zwei Sets sehr gefällige, melodiöse Improvisationen und Kompositionen.

Eröffnet wurde das Konzert mit einem Jazz-Standard, einer dem modernen Jazz zuzuordnenden Eigenkomposition von Johannes Müller. Zum Repertoire gehörten unter anderem auch noch die Moritat "Mack, the Knife" aus der "Dreigroschenoper" von Curt Weill, ein von Antonio Carlos Jolim komponierter flotter Bossanova mit dem Titel "Triste" sowie das von Müller komponierte Stück "Subway to downtown New York", bei welchem sich die "böse" Gruppe mit der Posaune mit der "guten" Gruppe mit dem Saxofon eine kleine Konversation leisteten. Das Publikum war von dem puristischen Klangerlebnis begeistert und sparte nicht mit Beifall.

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Auf einen BlickDie Konzertreihe "Jazz im Forum" mit Konzerten im Frühjahr und im Herbst im Sitzungssaal des Homburger Forums wird vom Verein Stadtkapelle Homburg veranstaltet. Nach den Auftritten der Formation "Quintet.Bop", Christoph Mudrich sowie Johannes Müller's "Carte Blanche" findet am 10. Oktober um 20 Uhr dann das nächste Konzert statt. Zu Gast ist Thomas Girard. Vorsitzende der Stadtkapelle Homburg ist Ulrike Stutz. Musikalischer Leiter ist Philipp Schug. re