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Ein Platz zum Schwätze und Schlofe

Ein Platz zum Schwätze und Schlofe

Betten – das hebt die Völklinger Naturfreunde von anderen in der Region ab. Und so lassen sich immer wieder Schulklassen und Montagearbeiter für ein paar Tage – oder auch anderthalb Jahre – in der Stadionstraße nieder.

 Ein Gästezimmer.
Ein Gästezimmer.
 Blick in die Küche.
Blick in die Küche.

Eine schöne Zeit kann man im Herzen Völklingens verbringen. Unweit der Hermann-Neuberger-Halle befindet sich das Haus der Naturfreunde. Dort treffen sich die zurzeit fast 150 Mitglieder der Ortsgruppe jeden Donnerstag, 20 Uhr, zu ihren Gruppenabenden. Dann sitzt man gemütlich zusammen, isst und trinkt etwas und tauscht sich aus. "Das Schwätze gehört einfach dazu", bringt es der Vorsitzende Karl-Heinz Kiefer auf den Punkt, der seit knapp drei Jahren die Geschicke des Ortsverbandes leitet.

Dabei gestaltet sich das Programm immer wieder anders. Mal sind Dia-Shows zu sehen. Mal werden gemeinsam Lieder gesungen. Was die Völklinger Gruppe von anderen Naturfreunden der Region abhebt, ist das Übernachtungsangebot. Für wenig Geld können Mitglieder und Nichtmitglieder in der Stadionstraße 10 übernachten. Dies wird zum Beispiel sehr gerne von Schulklassen oder Montage-Arbeitern genutzt. 20 Betten verteilt auf sechs Zimmer stehen dafür zur Verfügung. "Der längste Aufenthalt, den wir hatten, dauerte etwa anderthalb Jahre", weiß Karl-Heinz Kiefer, "tschechische Arbeiter waren das". Dazu gibt es zwei Küchen zum Selbstkochen. Eine größere mit Besteck und Geschirr für 100 Personen und eine kleinere. Hervorgegangen sind die Naturfreunde 1895 mit dem Ziel, arbeitenden Menschen den Zugang zur Natur zu ermöglichen. "Zu diesem Zeitpunkt waren noch viele Waldstücke in privatem Besitz", erzählt Kiefer. Der Völklinger Verband wurde 1921 gegründet und 1935 vom NS-Regime verboten. 1949 erfolgte die Neugründung, 1986 zog man dann in das jetzige Vereinshaus. Mitte der 80er begann nach der Pacht des Gebäudes auch eine Renovierung, bei der bislang etwa 300 000 Euro mit eingeflossen sind. Seit 2009 schließlich ist das Haus im Besitz der Naturfreunde.

Auch heute noch sind die aus der Arbeiterbewegung hervorgegangenen Naturfreunde ihrem Credo treu geblieben, zur Völkerverständigung beizutragen und sich gesellschaftlich einzumischen. "Der Kampf gegen Rechts hat oberstes Gebot", sagt Karl-Heinz Kiefer. Außerdem trifft man sich regelmäßig mit französischen Naturfreunden aus dem Straßburger Vorort Bischheim und im elsässischen Guebwiller. 2013 haben sich alle Gruppen gemeinsam in Völklingen getroffen und unter anderem die Saarschleife besucht.

Wie fast alle Vereine haben auch die Völklinger Naturfreunde Nachwuchssorgen. Dies ist in diesem Fall besonders schade, da man erst vor wenigen Jahren einen Jugendraum mit Loggia eingerichtet hat. Auf etwa 90 Quadratmetern findet man hier Billardtisch, Tischfußball und vieles mehr. Auch der große Festsaal, der etwa 60 Personen fasst, kann für Familienfeiern oder ähnliches gebucht werden. "Das wird sehr gut angenommen", erzählt Karl-Heinz Kiefer, "40 Wochenenden im Jahr sind bereits ausgebucht."

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