Ein Leben für die Caritas

Neunkirchen. Es ist wie verhext: Schon zum zweiten Mal würde der als Gründer der Caritas-Außenstelle der Diözese Trier in Neunkirchen geltende Mann in unserem Blatt falsch benannt. Natürlich muss es Hans Roeser (Foto: SZ) heißen

Neunkirchen. Es ist wie verhext: Schon zum zweiten Mal würde der als Gründer der Caritas-Außenstelle der Diözese Trier in Neunkirchen geltende Mann in unserem Blatt falsch benannt. Natürlich muss es Hans Roeser (Foto: SZ) heißen. Sein Werdegang stellt sich nach Recherchen in den Archiven der "SZ" folgendermaßen dar: So war der damals 22-jährige gebürtige Essener 1933 zunächst für ein Praktikum nach Neunkirchen gekommen. Da die mannigfaltigen Hilfeleistungen des Caritasverbandes nach der Gasometer-Explosion in Neunkirchen ein organisatorisches Zentrum notwendig machten, wurde im Mai 1933 ein Caritas-Sekretariat vor Ort eröffnet. Am 1. April 1934 stellte die Caritas Roeser, der sein Studium in Freiburg abgeschlossen hatte, als Sozialarbeiter ein. 1937 übernahm er die Neunkircher Geschäftsstelle. Als Hans Roeser zum Kriegsdienst eingezogen wurde, führte seine Frau Mathilde die Arbeit im Untergrund fort. 1947 kehrte ihr Mann aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Von da an baute er mit viel persönlichem Einsatz den Caritasverband Schaumberg-Blies auf, dem er als Geschäftsführer vorstand. 1974 schied Roeser aus der Caritas aus. Für seine Verdienste um den Wohlfahrtsverband über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten wurde ihm das goldene Ehrenzeichen der Deutschen Caritas verliehen. Doch es kam noch besser: So wurde der Neunkircher Caritas-Pionier mit dem fünfthöchsten Orden für Verdienste um die römisch-katholische Kirche ausgezeichnet, dem Silversterorden - verliehen vom Papst. Am 16. April 1991 verstarb Hans Roeser im Alter von 80 Jahren in seiner Wahlheimat Neunkirchen.