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Ein Hobby ohne freies Wochenende

Ein Hobby ohne freies Wochenende

Worte des Lobes und der Anerkennung für ihren Einsatz: Die Schiedsrichtergruppe Nahe feierte in Bosen ihr 50-jähriges Bestehen. Der Gruppe der Unparteiischen gehören 32 Schiris und eine Schiedsrichterin an.

Fußball-Schiedsrichter müssen zuweilen ein dickes Fell haben, etliche Tiraden von Beschimpfungen über sich ergehen lassen und können es kaum jemandem recht machen. Dass es auch anders geht, zeigte sich beim Fest der Schiedsrichter-Gruppe Nahe, die rund um den Rasenplatz in Bosen ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Hier gab es seitens ihrer Zuschauer nur lobende und anerkennende Worte für ihre sicherlich nicht leichte Aufgabe als neutrale Spielleiter auf den Sportplätzen der Region. "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben", zitierte Gruppen-Obmann Peter Fischer den Schriftsteller Wilhelm von Humboldt , denn in diesem Geiste wurde das Geburtstagkind vor fünf Jahrzehnten aus der Taufe gehoben. Diese Verbindungen waren den jungen Männern von damals Grund genug, Schiedsrichter zu sein.

Ein gutes Stück Arbeit musste anfangs erledigt werden, um das Geburtstagskind in den ersten Jahren seines Daseins am Leben zu erhalten. Fischer blickte zurück: Mitte der 1960er-Jahre wurde aufgrund einer Neustrukturierung der Schiedsrichter-Organisation aus der Gruppe St. Wendel eine Gruppe Türkismühle ausgelagert. Diese wurde 1972 in Gruppe Nahe umbenannt. Erster Obmann war Josef Zenner (Otzenhausen), der dieses Amt bis 1976 bekleidete. Abgelöst wurde er von Günther Laub (Nohfelden), dem Leo Will von 1986 bis 2008 folgte. Ab diesem Jahr steht nunmehr Fischer der Gruppe im achten Jahr vor.

Erster Lehrwart war Dietmar Hülsberg (Bosen ) bis 1972. Ihm folgte Günter Laub bis 1976. Lehrwart wurde Leo Will bis 1986. Gerhard Paulus (Primstal) bekleidete anschließend das Amt des Lehrwarts bis 2005; er wurde von Berti Peters abgelöst. Zwei Jahre später wurde der Lehrwart aufgrund einer Neuordnung des Lehrstabes auf Verbandsebene aus den Gruppen ausgelagert.

Fischer dankte allen, die bislang als Schiedsrichter und Funktionsträger in der Gruppe gewirkt hatten. "Vollste Bewunderung verdienen die SR-Frauen und Freundinnen, die jedes Wochenende viel Verständnis für das Hobby von Mann oder Freund aufbringen müssen", sagte Fischer. "Ohne Schiedsrichter geht es nicht." Mit diesen Worten dankte Franz Josef Schumann, Präsident des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV) neben den Verantwortlichen auch den Schiedsrichtern der Jubiläumsgruppe für ihren Dienst auf den Sportplätzen. Außerdem appellierte er an die Fußballanhänger in den Vereinen der Region, den Unparteiischen den notwendigen Respekt entgegenzubringen. Kreis-Schiedsrichter-Obmann Georg Wettmann bescheinigte der Nahe-Gruppe eine gute mannschaftliche Geschlossenheit und tolle Kameradschaft.

Mit nur 32 Schiedsrichtern und einer Schiedsrichterin gehört die Gruppe zu den kleineren des Nordsaarkreises. Steffen Peters (15, Primstal) ist der Junior, während Ferdinand Müller (Primstal) mit 71 Jahren Senior der Gruppe ist. Ehrenschiedsrichter sind Bernhard Weber (Neunkirchen/Nahe), Adolf Molter (Bosen ) und Willi Dessebell (Sötern). "Das Durchschnittsalter von knapp 47 Jahren bereitet allerdings Sorgen", betonte Wettmann. In Anwärter-Lehrgängen werden zwar ständig Nachwuchsleute ausgebildet, aber vielseitig seien die Gründe für ein baldiges Ausscheiden. Er appellierte an die Vereinsvertreter, geeignete Kandidaten, auch ältere mit Spiel- und Lebenserfahrung, ausbilden zu lassen.