Ein halbes Leben fürs Neunkircher Rathaus

Ein halbes Leben fürs Neunkircher Rathaus

Neunkirchen. Mit Friedrich Decker (SPD; Fotos: SZ, Jenal) verlässt heute der dienstälteste saarländische Oberbürgermeister die kommunalpolitische Bühne. Der Neunkircher Verwaltungschef scheidet mit 62 Jahren aus dem Amt. Er hatte bei der OB-Wahl am 7. Juni nicht wieder kandidiert

Neunkirchen. Mit Friedrich Decker (SPD; Fotos: SZ, Jenal) verlässt heute der dienstälteste saarländische Oberbürgermeister die kommunalpolitische Bühne. Der Neunkircher Verwaltungschef scheidet mit 62 Jahren aus dem Amt. Er hatte bei der OB-Wahl am 7. Juni nicht wieder kandidiert. Deckers bisheriger Stellvertreter, Bürgermeister Jürgen Fried (SPD), der die Direktwahl mit 64,1 Prozent der Stimmen gewann, ist ab 1. Oktober Chef im Neunkircher Rathaus. Mit dem Ausscheiden endet auch Deckers Funktion als Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages. Der bisherige Vize, Völklingens OB Klaus Lorig (CDU), tritt an seine Stelle.Deckers Rathauskarriere begann vor 34 Jahren. Vom Leiter des Stadtplanungsamtes, dann des Bauamtes stieg er - gefördert vom damaligen Rathaus-Chef Peter Neuber ("Migge-Pitt") - 1988 auf zum Bürgermeister. Bereits zwei Jahre später beerbte er Neuber, der als Staatssekretär nach Niedersachsen wechselte, im Amt des Oberbürgermeisters. Bei seiner ersten Direktwahl Anfang 2000 fuhr Decker beeindruckende 79,4 Prozent der Stimmen ein.Decker war wesentlich daran beteiligt, dass die zweitgrößte saarländische Stadt nach dem Aus für die Neunkircher Hütte den Wandel vom Industrie- zum Dienstleistungsstandort bewältigte. Das letzte größere Projekt seiner Amtszeit war das im Mai eingeweihte neue Kombi-Schwimmbad. Zu den nachhaltigen Leistungen in seiner Amtszeit zählt Decker selbst im SZ-Gespräch: Stadtumbau ("mit allen Facetten"), Neubau der Müllverbrennungsanlage, Reorganisation der städtischen Gesellschaften, eine funktionierende Verwaltung, geordnete kommunale Finanzen und "eine gewisse Bürgernähe".Ob Decker noch Minister wird, hängt davon ab, ob es zu Rot-Rot-Grün im Saarland kommt. SPD-Chef Heiko Maas hatte ihn im Wahlkampf als Finanz-Experten ins "Kompetenzteam" geholt. "Falls kein Ruf nach Saarbrücken kommt, werde ich privatisieren, so wie ich das ursprünglich vorhatte", so Decker. gth

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