Ein Film erzählt Heimatgeschichte

Ein Film erzählt Heimatgeschichte

„Einheimische erzählen“ lautet der Titel eines kurzen Filmes, den derzeit das Team Brainworks Unlimited in Orten der Region dreht. In ihm lassen es Menschen wie Richard Winter „menscheln“.

"Mein Name ist Richard Winter, ich war Gründungsrektor der Schule und habe eine Vielzahl von Projekten angestoßen", erzählt der Schwalbacher Bürger Richard Winter und schaut dabei in die Kamera von Patrick Biegaj. Zusammen mit Thomas Roth bildet er das Filmteam von Brainworks Unlimited, das derzeit im Landkreis unterwegs ist.

Schwalbach ist an diesem Tag nach Lebach die zweite Station, danach geht es nach Ensdorf und schließlich nach Dillingen. "Damit sind dann sechs Drehs unter Dach und Fach", erzählt Dieter Ruck, Leiter der Tourismuszentrale im Landkreis Saarlouis. Er beobachtet die Filmaufnahmen und ist begeistert vom Akteur vor der Kamera. Und Winter, nach anfänglichem Zögern, beginnt zu erzählen, von den Bergbau-Reliefs, die anlässlich eines Schulprojektes entstanden sind, von der Bergbauvergangenheit am Eisenbahnschacht, an dem die Förderschule liegt. "So wollen wir es haben; Menschen mit einem unmittelbaren Bezug erzählen von ihrer Heimat", sagt Ruck. Und Jörg Gimmler vom Büro Hullmann aus Frankfurt fordert Winter auf, ruhig noch ein bisschen was "Menschelndes" zu erzählen. Da lässt sich der ehemalige Rektor nicht zweimal bitten, erzählt vom Schwalbacher Bildhauer Werner Busche, der einen sehr guten Draht zu den Schülern hatte. "Und nachmittags bin ich dann zu ihm in die Werkstatt, da gab es immer ein Gläschen Rosé", erinnert sich Winter.

Die kleinen Geschichten in Erinnerung bringen, das ist es, was Dieter Ruck mit seinem Team im neuen Tourismuskonzept im Kreis umsetzen will. "Gäste, die zu uns kommen, sollen von Einheimischen erfahren, was es zu sehen gibt, aber auch ihren direkten Bezug erleben", sagt er.

Besser als mit einer authentischen Filmsequenz wäre dieser Eindruck wohl kaum machbar. "Es soll so sein, als ob man jemanden direkt an dem Ort trifft", sagt Ruck.

Statt des direkten Kontakts werden die Filme an den insgesamt 13 ausgewählten Standorten die Heimatgeschichte erlebbar machen.

Dort trifft dann Heimatkunde auf moderne Technik, ein QR-Code ermöglicht, direkt vor Ort den passenden Film anzusehen. "Wir werden die 13 Orte in einer Broschüre zusammenfassen und diese kleinen Schätze den Gästen an die Hand geben", erklärt Ruck. Ganz bewusst hat er sich gegen die Veröffentlichung der Filme im Internet entschieden, "wir wollen, dass die Menschen zu den Orten gehen und dort Geschichte erfahren, ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd", sagt Ruck.

Zum Thema:

HintergrundDie etwa zwei Minuten langen Filmsequenzen unter dem Motto "Einheimische erzählen" aus den 13 Gemeinden sollen in den kommenden Wochen gedreht und bearbeitet werden, das Anbringen der QR-Codes, um die Filme auf einem internetfähigen Mobiltelefon anzuschauen, ist für Ende des Jahres geplant. Parallel dazu erscheint eine Broschüre der Tourismuszentrale, die alle Standorte auflistet. cim