Echte Geschichte in schmutzigen Händen

Echte Geschichte in schmutzigen Händen

Mitsuchen nach Relikten in einer echten archäologischen Ausgrabungsstätte: Das war gestern im Römermuseum in Schwarzenacker möglich. Hinzu gab es viele Informationen über den Beruf und die dortige Arbeit der Archäologen.

Wann wird Archäologie auch für den Nicht-Archäologen ein Erlebnis? Mit Sicherheit dann, wenn man an einem Archäologie-Erlebnistag wie dem gestern im Römermuseum in Schwarzenacker an der langen Hand von Grabungsleiterin Sabine Emser durch die gallo-römische Geschichte wandert. Und vor allem auch dann, wenn man selbst mit der Kelle in einer "scharfen" Ausgrabung mal Hand an die Geschichte anlegen kann. Und genau darum ging es gestern in Schwarzenacker, aber auch parallel im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, beim "Erlebnistag Archäologie und Biosphäre": Die wissenschaftliche Spurensuche nach Relikten vergangener Epochen einmal hautnah zu erleben - und das im Einklang mit dem Biosphärenreservat Bliesgau.

Den Brückenschlag zwischen Geschichte und Gegenwart fasste Wolfgang Henn, Leiter der Saarpfalz-Touristik, so in Worte: "Die Kultur ist ein wichtiger Teil der Biosphäre. Und wir wollten diese Kultur und die Natur zusammenbringen. Und gerade im Bereich des Römermuseums in Schwarzenacker und des Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim ist diese Verbindung sehr gut herzustellen."

Dass es dabei für das Römermuseum Schwarzenacker, eine Woche nach den Tagen der offenen Tür am vergangenen Wochenende (wir berichteten), nicht einfach sei, gleichsam in einem Atemzug eine zweite Großveranstaltung zu realisieren - dies gestand Michael Emser, Leiter der Abteilung Denkmal- und Museumspflege der Stadt Homburg, ein. "Es war schon eine Herausforderung. Vor allem deswegen, weil hier viele Freiwillige aus dem Bereich der Stadtverwaltung engagiert sind. Von denen müssen einige am kommenden Sonntag auch noch als Wahlhelfer arbeiten. Da war es schon schwierig, genug Leute für alle Stationen zu finden."

Das am Ende doch alles geklappt hat, davon konnte man sich dann auch am besagten langen Arm von Grabungsleiterin Sabine Emser überzeugen. Neben künstlichen Ausgrabungsfeldern für Kinder und Jugendliche bot der gestrige Sonntag eben auch die Möglichkeit, in der aktuellen Grabung im Bereich des Herbergsgebäudes des Vicus Schwarzenacker auf die Suche nach der gallo-römischen Vergangenheit zu gehen. Sabine Emser: "Unsere Gäste sollen die Gelegenheit haben, sich in die Arbeitsweise von Archäologen zu vertiefen und zu erfahren, wie das Ganze wirklich funktioniert." Dabei sei Schwarzenacker ein aus wissenschaftlicher Sicht hervorragender Ausgrabungsort "und ein wunderbarer Arbeitsplatz", lachte Sabine Emser. Über den informierte unter anderem Maike Jung vom Team des Römermuseums Schwarzenacker ganz praktisch die Besucher inmitten der Ausgrabung des Herbergsgebäude, des "Motels des Vicus Schwarzenacker".