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Dorfgeschichte wird zum Leben erweckt

Dorfgeschichte wird zum Leben erweckt

Wolfersweiler. Einen Heimat- oder Geschichtsverein gab es im Dorf vor dem Jahre 2000 nicht. Das allmählich ins Blickfeld kommende 850-jährige Bestehen von Wolfersweiler machte die Freunde der Heimatgeschichte, die es eigentlich immer schon im Ort gegeben hat, aktiv

Wolfersweiler. Einen Heimat- oder Geschichtsverein gab es im Dorf vor dem Jahre 2000 nicht. Das allmählich ins Blickfeld kommende 850-jährige Bestehen von Wolfersweiler machte die Freunde der Heimatgeschichte, die es eigentlich immer schon im Ort gegeben hat, aktiv. Im Frühjahr 2000 gründeten sie den "Historischen Verein 850 Jahre Wolfersweiler" und übertrugen Reinhard Pontius den Vorsitz. Zwar lag das Jahr 2006, in dem der 850. Geburtstag gefeiert werden sollte, noch in der Ferne. Aber bei den vielen Dingen, die dafür vorzubereiten waren, schien den Mitgliedern die Zeit nicht zu lang. Und außerdem: Sie wollten nicht nur den Blick Richtung Dorfjubiläum wenden, sondern auch auf verschiedenen Schienen heimatgeschichtlich tätig sein. Sie wollten sich auf die Suche machen nach den im Boden verborgenen Schätzen, der Vergangenheit auf die Spur kommen und sich möglichst oft nach außen präsentieren. Ein Jahr nach der Vereinsgründung fiel die Entscheidung, eine Dorfchronik zu erstellen, die pünktlich zum Jubiläum fertig sein sollte. Eine Heidenarbeit zwar, jedoch eine lohnende Aufgabe. Mehr als 20 Autoren konnten gewonnen werden. 2004 übernahm Achim Fries den Vorsitz. Pausenlos arbeitete ein Stamm von Mitarbeitern an dem geplanten Buch, half mit, das Programm zum Jubiläum zusammenzustellen und traf sich zu unzähligen Besprechungen. Im Frühjahr 2006 waren die Festtage gekommen. 68 Motivwagen und 40 Gruppen beim Festzug wurden von vielen tausend Menschen bestaunt. Kurz vorher war das neue Dorfbuch vorgestellt worden.Das 850-Jährige war für den Historischen Verein jedoch nur ein erster Höhepunkt seiner Arbeit, nicht ein Abschluss. Deshalb legte er nach dem Fest den Zusatz "850 Jahre Wolfersweiler" in seinem Namen ab und fügte die Bezeichnung "Novallis" hinzu. So soll früher eine Burg auf Wolfersweiler Bann geheißen haben. Der Ortsname Nohfelden geht vermutlich darauf zurück. Nach dem Jubiläum folgte eine weitere Zeit intensiver Arbeit. Die evangelische Kirche erhielt Tafeln, auf denen die Grabplatten erklärt wurden. Über einen St. Wendeler Historiker konnte das Geheimnis um ein Kindergrab in der Kirche gelöst werden. Die Bürger wurden eingeladen, an der Wolfersweiler Banngrenze entlang zu wandern. Zwei Etappen haben sie bereits hinter sich. Im Oktober wird der letzte Abschnitt an der rheinland-pfälzischen Grenze vorbei folgen. Beim Anlegen des Bärenpfades in Nohfelden halfen die Mitglieder ebenso mit wie bei den Walhauser Köhlertagen. 2009 erschien ein Fotokalender, den es auch 2010 geben wird. Fotos spielen im Verein überhaupt eine große Rolle. Für Anfang November ist in der alten Schule wieder eine Bilderausstellung geplant. Das alles ist nur ein Teil der bisherigen Aktivitäten. Brigitte Wahl, seit drei Jahren Vereinsvorsitzende, hat noch manche Pläne. So soll am historischen Messerbrunnen zügig weitergearbeitet werden. Der Gutleutebrunnen neben der Straße nach Nohfelden steht zur Restaurierung an und soll später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. An dieser Stelle stand vor langer Zeit ein Pflegeheim für Bedürftige. Die Vereinschefin ist stolz darauf, dass in den zurückliegenden neun Jahren viele Themen aufgearbeitet werden konnten: "Der Verein ist für die Entdeckung der Wolfersweiler Geschichte von großer Bedeutung. Wir haben schon manche Dinge aus der Versenkung geholt, die sonst wohl nie ans Tageslicht gekommen wären." gtr