Dieser Bahnhof liegt landesweit an der Spitze

Dieser Bahnhof liegt landesweit an der Spitze

Keine Graffiti, für Körperbehinderte zu erreichen, Fahrkarten- Automaten funktionieren: viele Pluspunkte für Türkismühle.

Der erste Platz landesweit für den Türkismühler Bahnhof. Und gleich den fünften für einen zweiten aus derselben Gemeinde hinterher. Das erstaunt den betreffenden Bürgermeister. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung des saarländischen Verkehrsministeriums. Es ließ 111 Stationen der Deutschen Bahn (DB) und der Saarbahn untersuchen. Kriterien waren: Funktionalität, Sauberkeit und Erscheinungsbild. Im Detail ging's unter anderem um den Zustand der Automaten, der Rampen, Rolltreppen, des Gleisbetts und der Grünanlagen. Auch Sitzplätze, Wetterschutz, Beschilderung, Bauzustand, Mülleimer und Graffitifreiheit flossen ein.

Im Landkreis St. Wendel wurden neun Haltepunkte in zwei Gemeinden und der Stadt St. Wendel unter die Lupe genommen. Dabei landete Türkismühle auf dem ersten Platz. Er wurde soeben für mehr als sechs Millionen Euro saniert und im Vorjahr fertiggestellt.

Nohfeldens Bürgermeister Andreas Veit (CDU) erstaunt dies nicht sonderlich: "Es war zu erwarten, dass Türkismühle im oberen Bereich landet, ist dort doch alles neu." Der Spitzen-Platz beweise, "dass es richtig war, die Sache anzugehen". Die Sanierung in Nohfelden liegt allerdings schon zehn Jahre zurück. "Dass es noch immer für Platz fünf reicht, das spricht für gute Planungen", sagt Veit. Nicht ganz so glücklich ist er mit der Platzierung Walhausens. "Die ist noch ok, aber es wäre schön, wenn dort in nächster Zeit etwas passieren würde."

Handlungsbedarf sieht St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU), was den St. Wendeler Bahnhof angeht: "Gerade von Seiten des Bahnhofsbetreibers könnte meiner Meinung nach mehr für die Sauberkeit getan werden." Das zielt auf die DB ab.

Auch in Sachen Barrierefreiheit gebe es Nachholbedarf. Klär: "Wir wissen, dass der St. Wendeler Bahnhof zu den wenigen nicht barrierefrei ausgebauten Bahnhöfen im Saarland mit mehr als 1000 Reisenden pro Tag zählt." Daher mache er sich stark, dass der Bahnhof 2018 ins Entwicklungsprogramm des Verkehrsministeriums aufgenommen wird.

  • Türkismühle: Bahnhof wird Großbaustelle
  • Bahn möbelt den Bahnhof auf
  • Engpass: Bahn saniert Schienenstrecke Türkismühle-Neubrücke

Sehr erfreut ist Klär hingegen über das gute Abschneiden des St. Wendeler Busbahnhofs: Der sechste Platz stimme mit seinem persönlichen Eindruck überein, dass "dieser Bahnhof wirklich zu den besten und saubersten Busbahnhöfen im Saarland gehört".

Baltersweiler und Hofeld landen im oberen Drittel der untersuchten Stationen. Damit ist Namborns Bürgermeister Theo Staub (SPD) zufrieden. Er merkt an, dass gerade bei diesen beiden Stationen die DB in den vergangenen Jahren in den Ausbau investiert habe. Bei der Station in Namborn, dem größten Ortsteil der Gemeinde, lasse die Bewertung, so Staub, Handlungsbedarf erkennen. Vor allem das Fehlen der barrierefreien Infrastruktur wird bemängelt. Außerdem verliert die Station Punkte im Hinblick auf die Gesamterscheinung.

Das relativ schlechte Abschneiden macht Staub Hoffnung: "Ich verspreche mir durch die Ergebnisse der vom Ministerium in Auftrag gegebenen Erfassung, dass auch noch die Situation am Bahnhof in Namborn verbessert wird, damit der öffentliche Personennahverkehr für unsere Bürger attraktiver und benutzerfreundlicher wird."

Zum Thema:

Die Erfassung des Verkehrsministeriums beinhaltet 77 DB-Stationen, 34 Stationen der Saarbahn und 24 Regio-Bus-Haltestellen. Der Bahnhof in Türkismühle landete auf dem ersten Platz. Auf Platz fünf kommt Nohfelden, auf Platz 23 Baltersweiler, auf Platz 24 Hofeld, auf Platz 34 St. Wendel, auf Platz 45 Walhausen, auf Platz 58 Oberlinxweiler, auf 75 Niederlinxweiler und auf 79 Namborn. Schlusslicht in dieser Auflistung ist übrigens Fremersdorf.

Mehr von Saarbrücker Zeitung