„Die Patientin soll Vertrauen haben“

„Die Patientin soll Vertrauen haben“

Mit Dr. Tamás Pinter hat ein erfahrener Arzt die Nachfolge von Dr. Georg-Peter Breitenbach an der Marienhausklinik Kohlhof angetreten. Neben der Geburtshilfe will er die operative Gynäkologie in Neunkirchen stärken.

Im weißen Kittel eilt Dr. Tamás Pinter geschäftig durch die Flure der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat dabei doch für alle ein offenes Ohr: Für die Schwester, die eine Unterschrift will, und auch für den jungen Vater, der mit einem Blumenstrauß in der Hand aufgeregt die Station betritt und nicht weiß, wohin. Als Sabrina Bauermeister, eine von Pinters ersten Patientinnen an der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof, mit ihrem einen Tag alten Sohn Ben das Zimmer verlässt, strahlt Pinter: "Na, du kleines Mäuschen?" fragt er den Säugling und knuddelt vorsichtig die winzige Hand. "Bist du immer so brav?"

Tamás Pinter fühlt sich nicht nur sichtlich wohl als neuer Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe an der Marienhausklinik, er hat auch schon alle Hände voll zu tun. Zeit für eine Pressekonferenz, bei der er sich offiziell vorstellte, wurde gestern trotzdem eingeräumt. Der Geschäftsführer der Marienhausklinik, Dr. Klaus-Peter Reimund, der kaufmännische Direktor Thomas Gärtner und der Leiter der Unternehmenskommunikation Heribert Frieling zeigten sich dabei hocherfreut, dass man den erfahrenen Arzt für die Nachfolge von Dr. Georg-Peter Breitenbach gewinnen konnte. "Pinter ist ein richtiger Allrounder. So jemanden findet man nur noch selten.", erklärte Reimund. Der neue Chefarzt ist Jahrgang 1954 und gebürtiger Budapester. Als er 1985 nach Deutschland kam, arbeitete er sich schnell in Bremen zum Oberarzt hoch, in Herten zum Chefarzt. Nach einem Intermezzo in Jülich wechselte er wegen der dort sinkenden Geburtenrate zum 1. September an die Marienhausklinik, die mit 946 Entbindungen im letzten Jahr Rang zwei der saarländischen Kliniken belegte. "Von großer Bedeutung ist für mich auch die Verzahnung mit der Kinderklinik", erklärte Pinter. Das neue Gebäude mit der modernen Ausstattung habe ihn ebenso angesprochen, wie die Art, wie es darin zugeht: "Man ist gut organisiert und die Atmosphäre ist sehr freundlich und menschlich." Das ist dem Arzt gerade auf seinem sensiblen Fachgebiet wichtig. "Die Patientin soll Vertrauen haben und das erreicht man durch eine offene, freundliche und individuelle Behandlung. Wir dürfen nie vergessen, dass wir nicht die Krankheit, sondern die erkrankte Frau behandeln."

Pinter will die operative Gynäkologie in Neunkirchen stärken. Hier reicht das Spektrum von Krebsoperationen (Brust, Eierstöcke, Gebärmutterhals) über die Therapie von Harninkontinenz und die Behandlung der Endometriose bis zur Rekonstruktion der Beckenbodenmuskulatur.

Nicht nur beruflich, auch privat schätzt Pinter sein neues Umfeld. Demnächst will er mit seiner Frau, einer Lehrerin, eine Wohnung in Kirkel beziehen. "Nur sieben Minuten zur Klinik und keine Ampel, optimal für den Bereitschaftsdienst."

Und noch etwas plant er: "Wahrscheinlich werde ich in Neunkirchen wieder anfangen, Fußball zu spielen."

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