1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nohfelden

Die Mauer wächst im Sauseschritt

Die Mauer wächst im Sauseschritt

Gonnesweiler. Fast jeder Hausbesitzer hat schon einmal eine Mauer betoniert. Damit diese nicht schief und schepp wird und das richtige Maß hat, wird zunächst eine Verschalung, meist aus Holzbrettern, gestellt. Auch an der Staumauer am Bostalsee wird zur Zeit eine Mauer betoniert, auf einer Länge von 600 Metern. Wer aber hier eine Holzverschalung sucht, sucht vergebens

 In nur wenigen Tagen ist die neue Mauer entstanden.
In nur wenigen Tagen ist die neue Mauer entstanden.

Gonnesweiler. Fast jeder Hausbesitzer hat schon einmal eine Mauer betoniert. Damit diese nicht schief und schepp wird und das richtige Maß hat, wird zunächst eine Verschalung, meist aus Holzbrettern, gestellt. Auch an der Staumauer am Bostalsee wird zur Zeit eine Mauer betoniert, auf einer Länge von 600 Metern. Wer aber hier eine Holzverschalung sucht, sucht vergebens. Eine Spezialmaschine ist im Einsatz, die den mächtigen Betonbalken mit Hilfe einer so genannten Gleitschalung herstellt.Drei Meter lang ist diese mobile Schalung, die den mächtigen Drahtkorb einige Meter unterhalb der Dammkrone umfasst. In diese Schalung fließt dann der Spezialbeton, wird automatisch gerüttelt und verdichtet, erklärt Kreisbaudirektor Klaus Bonaventura im SZ-Gespräch das Verfahren. Der Beton ist so stabil, dass er von alleine hält, und das Spezialfahrzeug schon bald ein Stück weiter fährt, die Schalung gleitet automatisch mit. Natürlich muss der Beton eine bestimmte Konsistenz haben, darf nicht zu dünnflüssig sein. Deshalb können die Arbeiter die Betonmauer nur dann ziehen, wenn das Wetter mitspielt. An einem Tag schaffen sie aber bis zu 200 Meter. Das heißt, die Arbeiter werden diese Woche fertig.Der Betonbalken hat einen Durchmesser von etwa einem Meter, ist mit Stahlkörben verstärkt und wasserdicht. An die untere Seite wird die noch vorhandene Asphaltschicht herangezogen, die bisher die Staumauer im unteren Dammbereich deutlich unter der Wasseroberfläche abdichtet. Zwischen den Betonklotz und die Betonmauer an der Dammkrone wird später die mineralische Dichtungsschicht aufgetragen. Auf diese kommen dann Erdmassen und zum Abschluss Wasserbausteine. Für diese Materialien dient der Betonbalken als unterer Haltepunkt.Zunächst aber wird in einem nächsten Arbeitsschritt am Fuße der Damm-Betonmauer ein Betonkeil über die komplette Länge betoniert. Und zwar auch mit Hilfe der Gleitschalung.Parallel dazu laufen auf der Bosener Seeseite beim Verwaltungsgebäude die Arbeiten zum Bau der Seepromenade. Die künftige Eislauffläche ist laut Klaus Bonaventura schon hergestellt, der Damm der Seepromenade ist aufgeschüttet. Damit sind die großen Erdarbeiten hier abgeschlossen. Jetzt geht es an den Ausbau der Promenade. Versorgungsleitungen müssen verlegt werden, Treppen zur Eislauffläche gebaut werden. Zum See zu wird die Promenade ebenfalls mit Wasserbausteinen geschützt.4,5 Millionen Euro kostet der Umbau der Dammkrone und der Bau der Seepromenade. Die Abdichtung des Staudammes wird dabei in Höhe der Wasseroberfläche in das Innere des Dammes verlegt. Damit verringern sich die ständigen Kosten für die Unterhaltung des Asphaltbelages. Wegen der Bauarbeiten ist der See um rund fünf Meter abgesenkt worden. Im Herbst dieses Jahres soll der See aber wieder langsam aufgestaut werden.