Die Kunst (zu) genießen

Mehr als 500 000 Euro sind seit 2000 in den Ausbau der Bosener Mühle zu einem Kunst- und Kulturzentrum geflossen. Das jüngste Projekt ist das Kunst- und Kulturcafé. Das ist jetzt offiziell eröffnet.

Der mächtige Ringwall von Otzenhausen ist im Hintergrund zu sehen, das Motiv ziert als große Fototapete eine Wand. Davor stehen zierliche Glasstelen, dezent beleuchtet, mit Informationen gespickt. Sie erzählen die Geschichte des St. Wendeler Landes. An den Tischen sitzen die Gäste, genießen ihren Kaffee und den selbst gemachten Kuchen . Das Kunst- und Kulturcafé in der Bosener Mühle ist seit einigen Tagen offiziell eröffnet.

32 Plätze stehen im Café zur Verfügung, 30 weitere gibt es im Außenbereich. Betrieben wird es von den beiden Landfrauen Christel Pauly und Margret Holzer. "Ich habe immer davon geträumt, so etwas zu machen", freut sich Pauly. Sie und Margret Holzer kennen sich seit vierzig Jahren, haben gemeinsam schon die Landwirtschaftsschule besucht.

Gelungenes Gesamtkonzept

Ihr Konzept in der Mühle: Sie bieten selbst gemachten Kuchen an, mit Produkten aus der Region. "Die Regionalität kommt zum Ausdruck in den Rezepturen der Kuchen , in der Verwendung von Rohstoffen und Produkten aus der Region", heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land (Kulani). Die Eröffnung des Kunst- und Kulturcafés ist für Werner Feldkamp, Vorsitzender der Kulani, ein Höhepunkt der auch von der Kulturlandschaftsinitiative geförderten Entwicklung der Bosener Mühle. Diese ist ein wichtiger Standort des Kulturprogrammes "St. Wendeler Land steinreich". Und dieses wiederum ist ein Baustein der von der EU mit Leader-Mitteln geförderten Entwicklung des ländlichen Raumes. Seit 2004 wird die Kulani mit Leader-Mittel unterstützt, mittlerweile in der dritten Förderperiode.

In die erste Förderperiode von 2004 bis 2007 fiel die Errichtung des Zwischenbaus der Bosener Mühle, in dem heute das Café untergebracht ist. In dem Gebäude war auch die Ausstellung "Kulturfenster St. Wendeler Land" untergebracht. Die auf Vitrinen basierende Ausstellung stieß auf eine unbefriedigende Resonanz und wird durch das neue Konzept der Glasstelen im Café ersetzt. In der zweiten Förderperiode bis 2014 wurde diese neue Ausstellung konzipiert, das Umfeld der Mühle samt Bildhauerhütte umgestaltet. In dem jetzt laufenden Förderzeitraum ist das Kunst- und Kulturcafé ein Leitprojekt. Mehr als 500 000 Euro sind seit 2000 aus Mitteln des Landes, des Landkreises und dem Leader-Topf in die Mühle geflossen.

"Hier ist ein Kleinod entstanden", sagte Landrat Udo Recktenwald bei der Eröffnung. Das neue Angebot sei klasse. Recktenwald: "Das K steht dabei für das Zusammenwirken von Kunst, Kultur und Kaffee ." Der Landrat erinnerte daran, dass der Kreis 1980 die ehemalige Kornmühle gekauft und zum Kunstzentrum ausgebaut hat. Das Café sei nun das I-Tüpfelchen.

Die Mühle ist auch die Heimat des Kunstzentrums Bosener Mühle. Der Verein bietet Kunstkurse und Workshops an, organisiert Ausstellungen in der Mühle. Das Café ist für den Vorsitzenden Christoph M. Frisch eine Bereicherung. Frisch: "Wir als Kunstverein haben das Problem, die Leute zur Kunst zu bekommen." Mit Blick auf Kuchen und Kaffee ergänzte er: "Hier kommen die Leute von ganz allein." Und schauen sich dann auch immer öfter die Ausstellungen an.

"Das Gesamtkonzept stimmt", sagte Arnold Ludes, Abteilungsleiter im Umweltministerium. Er lobte die Zusammenarbeit mit der Kulturlandschaftsinitiative bei den Leader-Projekten.

Das Café in der Bosener Mühle hat von Mittwoch bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

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