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Die Investitionen bleiben imposant

Die Investitionen bleiben imposant

Neunkirchen. 738 bedruckte Seiten im DIN-A4-Format. Abertausende von Zahlen. Weiße und bunte Blätter Papier in einem Ordner, der mehr als 20 Handys wiegt - so präsentiert sich der neue Etat der Kreisstadt Neunkirchen. Heute befindet der Stadtrat über die Vorlage der Verwaltung (Sitzungsbeginn ist um 15.30 Uhr im Rathaus)

Neunkirchen. 738 bedruckte Seiten im DIN-A4-Format. Abertausende von Zahlen. Weiße und bunte Blätter Papier in einem Ordner, der mehr als 20 Handys wiegt - so präsentiert sich der neue Etat der Kreisstadt Neunkirchen. Heute befindet der Stadtrat über die Vorlage der Verwaltung (Sitzungsbeginn ist um 15.30 Uhr im Rathaus). Stadtkämmerer Hans Bieg (Foto: SZ), der zum ersten Mal für einen Etat die volle fachliche Verantwortung trägt, hat sich alle Mühe gegeben, dass nichts schief läuft. In den Fraktionen und in den Ortsräten ist das Zahlenwerk ausführlich erörtert worden. Sogar die Kommunalaufsicht wurde vorab kontaktiert. Man will keine böse Überraschung nach Homburger Vorbild erleben, wo die Ratsbeschlüsse wegen zu hoher Schuldenmacherei von der Aufsicht wieder einkassiert wurden.Der Neunkircher Haushalt des Jahres 2009 beschreitet Neuland. Denn erstmals folgt er den Prinzipien der doppelten Buchführung. Die Zeit der Kameralistik mit ihrem Verwaltungshaushalt, der - grob gesagt - das laufende Geschäft abbildet, und dem Vermögenshaushalt, der die Investitionen bündelt, ist damit vorbei. Das neue Modell, die Doppik, soll größere Transparenz ermöglichen und den einzelnen Abteilungen im Rathaus mehr Selbstverantwortung in Finanzdingen bringen.Die Verwaltungsvorlage beziffert die Erträge auf insgesamt 89,4 Millionen Euro. Darin enthalten ist die Gewerbesteuer, die mit 18 Millionen zu Buche schlägt - 4,5 Millionen weniger als im vergangenen Jahr. Die Gesamtaufwendungen im so genannten Ergebnishaushalt werden mit 96,5 Millionen Euro ausgewiesen. Dickste Einzelposten sind die Personalkosten mit 28,6 Millionen Euro und die an den Kreis abzuführende Umlage in Höhe von 23,2 Millionen Euro. Alles in allem schließt der Ergebnishaushalt mit einem Minus von 7,2 Millionen Euro ab. Damit ist Neunkirchen nun wieder ein gutes Stück von den schwarzen Zahlen des vergangenen Jahres entfernt. Trotzdem betont Stadtkämmerer Bieg: "Unser Haushalt hat Perspektive." Denn 2012, so hoffen die Experten aus der Finanzabteilung, will man wieder ein positives Jahresergebnis erreichen.Bis dahin sind Groß-Projekte nur möglich, wenn diese in erheblichem Umfang über Kredite finanziert werden. Neun Millionen Euro müssen 2009 wohl von Bank oder Sparkasse kommen. Immerhin ist Neunkirchen - im Gegensatz zu mancher anderen Kommune - durchaus noch in der Lage, ordentlich zu investieren. Allein für Baumaßnahmen weist der Etat 12,6 Millionen Euro aus. Die größten Brocken sind das Konjunkturprogramm im Bildungsbereich mit 5,3 Millionen, die Restfinanzierung des Kombibades mit 5,1 Millionen und die erste Finanzierungsrate für das Gemeindezentrum in Wellesweiler.