Die Hilfe hat viele Kostüme

Keine Verkleidung ist den Illingern fremd. Ob Nikolaus und Knecht Ruprecht im Winter, Fantasie-Wesen im Sommer oder mittelalterliche Mönche im Frühjahr – zu Gunsten des Kinder-Hospiz-Dienstes anderen Menschen Spaß zu bereiten, das verstehen Benjamin Kiehn und Dirk Boudier vorzüglich.

Benjamin Kiehn hat Spaß in vielen Rollen. Beim Mittelaltermarkt ist er mal Mönch.

. Bevor die Reise Ende August in die Zukunft und die Welt der Fantasie geht, wenn in Landsweiler-Reden die zweite Fark, der Fantasie- und Rollenspiel-Konvent, stattfindet, geht es erst einmal zurück in die Zeit. Vom 23. bis 25. Mai ist großer Mittelaltermarkt. Es ist bereits das dritte Mal, dass Benjamin Kiehn und Dirk Boudier zum mittelalterlichen Treiben nach Illingen laden. Im letzten Jahr war Pause, denn eigentlich sollte der Mittelaltermarkt sich mit der Fark abwechseln. Weil die Fans aber mehr als nur alle zwei Jahre Fark wollten, findet in diesem Jahr eben beides statt.

Rund um die Burg Kerpen werden mehr als 100 Aussteller einen mittelalterlichen Marktflecken erschaffen. Gaukler, Wahrsagerinnen, Barden und mittelalterliche Speisen versetzen die Besucher Hunderte von Jahren zurück. Die kleinen Besucher werden in diesem Jahr ganz besonders bedacht, wie Kiehn verrät. Ein ganz neues Programm mit Märchenerzähler, Falkner, Rittershows und gleich zwei Kindertheatern soll das Angebot der Vorjahre noch erweitern. Und auch das Abendprogramm wurde ausgebaut. Täglich treten gleich mehrere Gruppen auf dem Markt auf. Die Musikanten verzaubern im Burgviereck mit den Klängen von Dudelsack und Laute. Mit dabei sind die Gruppen Habenichtse, Furore NoDaNin und Lupus Maris. Den Abschluss aber machen am Freitag und Samstag jeweils Seldom Sober und Infinight. Schon Tradition haben die Feuershows der Societas Draconis. Auch in diesem Jahr ist der Eintritt zu dem Spektakel wieder frei. Wer allerdings gerne zu Gunsten des Kinder-Hospiz-Dienstes einen Obolus hinterlassen will, der darf gerne etwas Wegzoll bezahlen. "Das Gelände ist wie in den Vorjahren schon barrierefrei", erzählt Boudier. Und er macht den künftigen Besuchern schon mal die Nase lang mit den mittelalterlichen Köstlichkeiten, die der Markt zu bieten hat: von Sau am Spieß bis zu vegetarischen Variationen. "Ausreichend Tavernen sorgen dafür, dass niemand verdursten muss."

Kiehn weist noch einmal darauf hin, dass neben dem Spaß auch das Lernen nicht zu kurz kommen wird. Denn nicht nur Vorführungen kann man bewundern. In einem Heerlager können die Besucher "in äußerst aufwändiger Weise" erleben, wie man im Mittelalter lebte, kämpfte und feierte. Hier gibt es Kanonen und Katapulte, aber auch ein historisches Badehaus und eine Massagestube zu sehen. Das Duo ist gespannt, wie der erweiterte Mittelaltermarkt mit dem neu ausgerichteten Programm ankommen wird - und natürlich auch darauf, was diese Aktion wieder für den guten Zweck zusammenbringt.