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Die Hauseigentümer müssen mitziehen

Die Hauseigentümer müssen mitziehen

Sie sind durchs Quartier gegangen, sie haben bei mehreren Treffen heiß diskutiert: Seit Herbst 2013 erarbeiten Bürger in der „Zukunftswerkstatt Nördliche Innenstadt“ Ideen für die Aufwertung ihres Quartiers. Am Dienstagabend wurden die Werkstatt-Ergebnisse vorgestellt.

Was ist herausgekommen bei der "Zukunftswerkstatt Nördliche Innenstadt"? Zahlreiche Gäste wollen es wissen. "Wir sind angenehmen überrascht", sagt Stadtteilmanagerin Anke Klein-Brauer mit Blick auf die rund 50 Besucher in der Turnhalle der Grundschule Bergstraße. Vor dem offiziellen Start der Abschlussveranstaltung studieren die Gäste die Pläne, Fotos und Projektvorschläge an der Wand.

Seit Oktober vorigen Jahres erarbeiten die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt Ideen, wie die nördliche Innenstadt aufgewertet werden kann. Rund 3400 Menschen leben in dem Quartier zwischen Hohenzollernstraße, Blumen- und Lehstraße, Etzelstraße, Hofstatt-, Post-, Gatter- und Danziger Straße. Nach mehreren Workshops und einer Stadtteilbegehung präsentiert Wiebke Schorstein von der Saarbrücker Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) am Dienstagabend die Ergebnisse.

Aus den Ideen der Bürger wurden inzwischen Maßnahmenvorschläge erarbeitet: Architekten könnten Immobilienbesitzer beraten, Parkplätze könnten kleinen Vorgärten weichen. Vielleicht lässt sich auch ein Quartiershausmeister installieren, der nach dem Rechten schaut. Oder wie wäre es mit einem Zuschuss beim Erwerb leer stehender Immobilien durch Familien?

"Sie sind die Experten", sagt Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) zu den Besuchern. Die kurze Diskussion zeigt: Die meisten Vorhaben lassen sich wohl nur verwirklichen, wenn die Gebäudeeigentümer mitziehen.

Mit Klebepunkten markieren die Bürger Projekte, die ihnen besonders am Herzen liegen: Sie wünschen sich vor allem mehr Treffpunkte. Außerdem sollen Sauberkeit und Sicherheit verbessert werden. Aber auch die Stärkung der Poststraße als Geschäftsstraße und die Neuordnung des Umfeldes der Grundschule stehen für sie weit oben auf der Prioritätenliste.

Die Ideen und Vorschläge zur Quartiersaufwertung münden nun in ein von der GIU erarbeitetes, maßgeschneidertes Entwicklungskonzept, mit dem die Verwaltung Fördermittel aus der Neuauflage des Programms "Soziale Stadt" beantragt.

Doch bis zu einer Entscheidung, ob Zuschüsse fließen, will man die Hände nicht in den Schoß legen. Kleinere Aktionen, die wenig oder gar kein Geld kosten, erläutert Stadtteilmanagerin Klein-Brauer, sollen den Zusammenhalt in der nördlichen Innenstadt stärken. Sie animiert die Bürger, sich Gedanken über einen Quartiers-Namen zu machen. Und Lorig regt eine Großreinemachaktion an, bei der die Bewohner den Besen selbst in die Hand nehmen. Auch ein Fassadensanierungsprogramm, sagt der Verwaltungschef, könne die Stadt starten.