1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nohfelden

„Die Entwicklung einer Mannschaft mit Charakter“

„Die Entwicklung einer Mannschaft mit Charakter“

Der FC Hertha Wiesbach hat am Samstag sein erstes Oberligaspiel im neuen Jahr gewonnen. Beim 1:0 zu Hause gegen Arminia Ludwigshafen traf Björn Recktenwald. Die Wiesbacher vergaben gute Konterchancen, hinten war aber auf Torwart René Paul Verlass.

Die Fußballer des Oberligisten FC Wiesbach machen im neuen Jahr genau dort weiter, wo sie vor der Winterpause aufgehört haben. Das 1:0 im Heimspiel am Samstag gegen den Tabellendritten FC Arminia Ludwigshafen war der vierte Sieg in Folge für die Hertha, die sich in der Tabelle damit auf Platz sechs vorschob.

In der vorgezogenen Partie des 21. Spieltags war von Ludwigshafens gefürchteter Offensivabteilung - mit 40 Treffern die erfolgreichste der Liga - zunächst kaum etwas zu sehen. Torchancen ergaben sich nur für Wiesbach. Nach nicht einmal einer Minute hatte Matthias Krauß die frühe Führung für die Heimelf auf dem Fuß, scheiterte aber an Arminen-Torwart Peter Klug. Nach 20 Minuten durften die Hertha-Fans unter den 200 Zuschauern im Prowin-Stadion dann aber endlich jubeln: Mittelfeldspieler Patrick Ackermann spielte mit einem Sahnepass in die Tiefe Stürmer Björn Recktenwald frei, der rechts an Torwart Klug vorbeizog und zur 1:0-Führung traf. Es war Recktenwalds erstes Pflichtspiel nach seinem Innenbandriss im Oktober.

Erst im zweiten Durchgang wies der Aufstiegsaspirant aus der Pfalz seine Klasse nach, schnürte Wiesbach in der eigenen Hälfte ein und erspielte sich erste Einschuss-Gelegenheiten. Doch Hertha-Torwart René Paul klärte zunächst mit einem starken Reflex gegen Arminia-Stürmer Kadir Seker (55. Minute) und war auch bei einem Kopfball von Steffen Litzel auf dem Posten (70.). Weil Seker mit einem Flachschuss nach 80 Minuten erneut in Paul seinen Meister fand, konnte es sich Wiesbach sogar leisten, in der Schlussviertelstunde fast ein halbes Dutzend hochkarätiger Konterchancen liegen zu lassen. Karsten Rauber (75.), Engin Yalcin (80.), Björn Recktenwald (86.) und Valentin Solovej (88.) brachten den Ball trotz entblößter Abwehr der Gäste nicht im Kasten unter. Der 18-jährige Marco Sieger schob den Ball in der Nachspielzeit sogar am leeren Tor der Pfälzer vorbei.

"Lauffreudiger, bissiger, williger"

"Das eine oder andere graue Haar könnte in der Schlussphase dazugekommen sein", meinte Hertha-Trainer Helmut Berg nach der Partie lachend, "aber solange die drei Punkte am Ende im Saarland bleiben, geht das alles in Ordnung". Gästetrainer Thomas Fichtner klagte: "Wiesbach war lauffreudiger, bissiger und williger als wir."

Hertha-Abwehrturm Marius Neumeier war naturgemäß zufrieden: "Wir haben kompakt gestanden, die Räume eng gemacht und hatten in der entscheidenden Phase einen Torhüter, der uns die Punkte festgehalten hat. Hätten wir unsere Konterchancen besser ausgespielt, wäre die Partie früher entschieden gewesen." Wiesbach hat mit dem Sieg Revanche für die Hinspielklatsche (0:4) genommen und sich nach Stotterstart in der Liga (Platz 18 nach zehn Spieltagen) mittlerweile bis ins vordere Tabellendrittel vorgekämpft. Für Helmut Berg kein Zufall: "Das ist die Entwicklung einer Mannschaft mit Charakter."