Die Bälle kommen mit dem Bus

Die Albert-Schweitzer-Schule hat sich in diesem Jahr für das bundesweite Projekt „Handball-Stars-go-School“ beworben. Es hat geklappt. Gestern leitete Ex-Nationalspieler Jan-Olaf Immel eine Trainingsstunde.

Robin, Leon, Marco und Maurice streifen sich orangefarbene Leibchen über. Sie stehen vorbeiprellenden Mitschülern als Störenfriede im Weg. Ihre Aufgabe: die Bälle wegschnappen. Ein paar Mal werden die Leibchen gewechselt, dann ist erstmal Trinkpause.

45 Jungs und Mädchen aus den Klassen 5a und 5b der Gemeinschaftsschule Spiesen-Elversberg haben gestern eine besondere Sportstunde erlebt. Als eine von 550 Schulen hatte sich die Albert-Schweitzer-Schule bei der vierten Auflage des bundesweiten Projekts "Handball-Stars Go School" (siehe "Hintergrund") beworben. Und als eine von 22 den Zuschlag bekommen: ein attraktives und kostenfreies Rundum-sorglos-Paket, das gestern gut ankam. Im Bus hatte das Orga-Team aus Berlin alles mitgebracht: Bälle, Hütchen und gelbe T-Shirts für alle obendrauf.

"Eine super Sache, gut organisiert und gut geleitet. Und die Schüler haben sich mal wieder alle bewegt", so das Fazit von Sportlehrerin und Fachbereichsleiterin Pia Budich nach zwei Stunden Ausnahmezustand in der Halle. Nach der Trainingsstunde startete auf dem Schulhof noch der zweite Programmteil mit Probier-Stationen. Da konnte zum Beispiel jeder messen lassen, mit welcher Geschwindigkeit er den Ball werfen kann.

Aus dem Projekt-Pool Handball-Stars ist gestern Jan-Olaf Immel nach Spiesen-Elversberg gekommen, 38 Jahre alter ehemaliger Nationalspieler, jetzt Trainer und zudem Sportlehrer. In kleinen Spielformen will er den Kindern näher bringen, "was Handball ausmacht" - laufen, werfen und fangen, Körperkontakt, Koordination. Auch Partnerarbeit war gefragt, etwa Ball hochwerfen, Bock sprung über den Partner, Ball wieder fangen. Beim Eins-gegen-eins gibt es den dezenten Hinweis für die Abwehrarbeit: "Aber kein Bein stellen!"

Mit seinen Helfern vom Saarländischen Handball-Verband schafft es Immel, das vielfüßige Gewusel zu ordnen. "Der ist groß und hat eine laute Stimme", beobachtet Pia Budich am Rand. Der werde von den Kindern ernst genommen. Vor den Abschlussspielchen stellt sich der 2,03-Meter-Mann dann ins Tor und setzt sich den Bällen der Kinder aus. Zur Motivation verspricht er jedem, der bei seinem Wurf trifft, ein Schweißband. Na ja, nach 45 Würfen geht nur eines weg. Dennoch: "Voll gut" und "Macht Spaß" war von den meisten Schülern zu hören. Aber auch "Das ist schon anstrengend." Und für manche wird Sport sicher auch nach diesem Dienstag nicht zum Lieblingsfach.

Später verstaut das Orga-Team um Nadja Napieralski Bälle und Hütchen wieder im Bus. Aber die Fahrt geht nicht zurück nach Berlin, sondern nach Schifferstadt. Dort wartet die nächste Schule.

Zum Thema:

Hintergrund"Handball-Stars Go School" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Handball-Bundes und der Handball-Bundesliga. Unterstützer sind der Freundeskreis des Deutschen Handballs und Sponsoren aus der Wirtschaft. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler für den Handball zu begeistern. Bekannte Handballer besuchen dafür in diesem Jahr zwischen Mai bis Juli 22 Schulen bundesweit. Infos im Internet unter www.handball-stars-go-school.de . red