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Die Bachschule ist "Ganztags-Favorit"

Die Bachschule ist "Ganztags-Favorit"

Neunkirchen. Die Bachschule in der Kleiststraße könnte die erste "gebundene Ganztags-Grundschule" (siehe Hintergrund) in Neunkirchen werden. Diese Perspektive sieht man bei der Stadtverwaltung, die mit Rückendeckung des Stadtrates seit vielen Jahren für das Angebot eines "echten" Ganztagsunterrichts an Neunkircher Grundschulen kämpft

Neunkirchen. Die Bachschule in der Kleiststraße könnte die erste "gebundene Ganztags-Grundschule" (siehe Hintergrund) in Neunkirchen werden. Diese Perspektive sieht man bei der Stadtverwaltung, die mit Rückendeckung des Stadtrates seit vielen Jahren für das Angebot eines "echten" Ganztagsunterrichts an Neunkircher Grundschulen kämpft. Eine weiterführende Schule mit diesem Angebot gibt es in der Stadt mit der Gesamtschule in der Haspelstraße bereits.Dass sich nun gerade die Bachschule als Anwärter herauskristallisiert, ist für die Schulstrategen im Rathaus eine neue Entwicklung. Favorisierten sie doch in wiederholten Anträgen an die Landesregierung (2004 und 2009) die Grundschulen Am Stadtpark und Schillerschule Wiebelskirchen als Ganztags-Standorte. Mittlerweile hat die Parkschule der Stadt offiziell mitgeteilt, dass die Schulkonferenz solche Pläne ablehnt. Ebenso skeptisch ist offenbar das Kollegium der Schillerschule. Letztere hat sich nach den Worten von Sören Meng, für den Bereich Schulen zuständiger Beigeordneter der Stadt, als freiwillige Ganztagsschule gut etabliert.Nachdem nun der saarländische Bildungsminister Klaus Kessler ein "Eckpunktepapier" mit den Anforderungen an eine gebundene Ganztagsschule vorgelegt hat, will Neunkirchen seine Bemühungen forcieren. Da kommt das Interesse der Bachschule gerade recht. Interessanterweise - so weist es das SZ-Archiv aus - gab es bereits 1993 einen Vorstoß des Fördervereins, die Bachschule im Rahmen eines Modellversuchs zur Ganztagsschule umzuwandeln. Damals waren allerdings die Eltern nicht einverstanden.Das scheint nun anders auszusehen. Sören Meng hofft auf einen positiven Beschluss der Gesamtkonferenz der Bachschule unmittelbar nach den Herbstferien. Ein solches Votum mit "deutlicher Mehrheit" verlangt nämlich das Bildungsministerium, damit die Stadt Neunkirchen als Schulträger einen Antrag auf Einrichtung einer gebundenen Ganztagsschule stellen kann."Wenn die Gesamtkonferenz grünes Licht gibt, können wir richtig loslegen", signalisiert der Beigeordnete, dass die Stadt voll hinter diesen Bestrebungen steht. Meng will dann in Arbeitsgruppen unter Beteiligung der Stadt und der Bachschule die notwendigen Voraussetzungen - wie Erarbeiten eines organisatorischen und pädagogischen Konzepts und eines Raumnutzungsplans - schaffen. "Die Raumausstattung an der Bachschule ist ausreichend, einen Erweiterungsbau bräuchten wir nicht", stellt Meng bereits im Vorfeld fest.Geklärt werden müsste beispielsweise auch, wie es mit dem Hort an der Bachschule weitergeht, den derzeit 80 von rund 190 Schulkindern besuchen. "Die Pädagogen könnten wir in die Ganztagsschule übernehmen", hat sich der Beigeordnete bereits überlegt. Eine gebundene Ganztags-Grundschule in Neunkirchen werde zwar zügig angestrebt, betont Meng. Wegen der vielen abzuklärenden Details hält er deren Einrichtung gleichwohl erst im übernächsten Schuljahr für realistisch.

HintergrundGebundene Ganztagsschulen verlangen nach dem Eckpunktepapier des saarländischen Bildungsministers Klaus Kessler im Gegensatz zur freiwilligen Ganztagsschule eine verpflichtende Anwesenheit der Schüler an vier Nachmittagen bis 16 Uhr. Freiwillige Ganztagsschulen sowie Halbtagsschulen sollen weiterhin parallel zur gebundenen Ganztagsschule existieren, um den Eltern die Wahlfreiheit zu lassen. Bisher gibt es im Saarland fünf gebundene Ganztagsschulen, darunter die Gesamtschule Neunkirchen. In den nächsten Jahren sollen nach Kesslers Plänen jährlich drei Grundschulen und drei weiterführende Schulen zu gebundenen Ganztagsschulen umgewandelt werden, sofern der Bedarf angemeldet wird. Der Bildungsminister verbindet damit mehr individuelle Förderung und Chancengleichheit sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. gth