„Die Armee ist ein Stück der Stadt“

„Die Armee ist ein Stück der Stadt“

Seit Wochen kursieren die Gerüchte, die geplante Aufteilung der neuen Luftlandebrigade 1 sei nicht endgültig. Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill und Bataillonskommandeur Markus Meyer gehen vom Erhalt der Garnison Lebach aus.

KlauspeterBrill.
MarkusMeyer.

Der Besuch der Bundestagsabgeordneten Heidtrud Henn (SPD) in der Saarlouiser Graf Werder Kaserne hat Spekulationen genährt, dass Saarlouis entgegen des ursprünglichen Plans als Garnison bestehen bleibt, Lebach dagegen weniger oder sogar keine Truppenteile mehr erhält. Am Militärstandort Saarlouis sollen nach jetzigem Stand nach der Auflösung der Saarlandbrigade nur das Landeskommando und das Bundeswehr-Karrierecenter bleiben. Der Stab und die Stabskompanie der neuen Luftlandebrigade 1 werden laut Planung in der Lebacher Graf Haeseler Kaserne stationiert werden. Dort soll auch die selbstständige Fernmeldekompanie Eurocorps einziehen.

Bis die hierfür notwendigen Umbaumaßnahmen durchgeführt sind, müssen die zurzeit noch in Sigmaringen stationierten Fernmelder in Saarlouis Quartier beziehen.

In Lebach soll ein zweistelliger Millionenbetrag für Umbaumaßnahmen der Kaserne investiert werden - die Rede ist von 30 Millionen Euro. In der Graf Werder Kaserne ist beispielsweise ein fertiges Gebäude für den Brigadestab vorhanden. Genau diese Fakten regen Kritiker am Standortkonzept der Bundeswehr zum Nachdenken an.

Bürgermeister Klauspeter Brill zeigt sich unbeeindruckt von den Gerüchten. Er ist davon überzeugt, dass nach der Umgliederung 500 Soldaten und zivile Mitarbeiter in seiner Stadt stationiert sein werden. Derzeit verrichten 1100 Bundeswehrangehörige ihren Dienst in Lebach.

Brill verweist auf die Bedeutung der Armee für die Wirtschaftskraft der Stadt, auf ihre Unterstützungen bei städtischen Veranstaltungen wie auch bei der Grünen Woche.

Der Bürgermeister zitiert den früheren Verteidigungsstaatssekretär Hans Georg Wagner, der einmal sagte, Lebach sei der bundeswehrfreundlichste Standort der Republik. Brill bekräftigt, dass die Armee ein Teil der Stadt sei. Oberstleutnant Markus Meyer, seit September Chef des Fallschirmjägerbataillons 261, betont: "Es ist etwas ganz besonderes, Kommandeur in Lebach zu sein. Man steht mittendrin im Leben der Stadt - man gehört einfach dazu". Die militärischen Vorzüge der Garnison sieht er im gut ausgebauten Standort mit dem Übungsplatz "die Höll" bei Steinbach, in den neuen Sportanlagen, der modernen Truppenküche und dem leistungsfähigen Sanitätsbereich.

Ein Nachteil sei indes die Lage der Kaserne inmitten der Stadt. "Bei Übungen fühlen sich Bürger durch den Fluglärm der Hubschrauber belästigt." Auch Meyer geht davon aus, dass die Aufteilung der Brigadeeinheiten nach dem ursprünglichen Plan eingehalten werde.

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