Der unauffällige Auffällige

Elversberg · Er gehört zu den Spielern, die Trainer Peter Eiden besonders gut findet. Oliver Hinkelmann ist Abwehrspieler der SVE II. Ein guter, meint Eiden. Ob Hinkelmann den Sprung nach oben schafft, ist aber fraglich.

 Hier kommt Neunkirchens Yacine Hedjilen (links) gegen Elversbergs Torhüter Dennis Lißmann und Verteidiger Oliver Hinkelmann zu spät. Hinkelmann hat ihn einfach abgelaufen. Foto: Rolf Ruppenthal

Hier kommt Neunkirchens Yacine Hedjilen (links) gegen Elversbergs Torhüter Dennis Lißmann und Verteidiger Oliver Hinkelmann zu spät. Hinkelmann hat ihn einfach abgelaufen. Foto: Rolf Ruppenthal

Foto: Rolf Ruppenthal

Familie gilt als unzertrennliches Band, als soziales Gefüge, als ein Ort der Geborgenheit und des Vertrauens. Für Oliver Hinkelmann bedeutet Familie alles: "Sie hat mich in jeder Sekunde meines Lebens gefördert und seelisch unterstützt. Ohne meine Eltern und meine beiden Geschwister wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin. Und ich wäre in dem, was ich tue, nicht so erfolgreich".

Das was er tut, ist Fußball spielen - in der Defensive des Oberligisten SV Elversberg II. Am Sonntag empfängt seine Mannschaft um 15 Uhr den SC Idar-Oberstein. Der 19-Jährige ist vor zwei Jahren aus der A-Jugend der SVE in die U23-Mannschaft aufgerückt und hat sich seitdem als feste Defensivkraft etabliert. "Oliver ist enorm lauf- und zweikampfstark. Er spielt zwar nicht spektakulär, aber er gehört zu den Spielern, die im Hintergrund arbeiten und immer zuverlässig sind", schwärmt Trainer Peter Eiden von seinem Zögling.

Denn einem Gespräch mit Eiden ist es zu verdanken, dass der in Neunkirchen geborene Hinkelmann 2011 den Weg zur SVE fand. Angefangen hat Hinkelmann im Alter von fünf Jahren in seinem damaligen Heimatdorf Hangard. "Ich hab schon als kleines Kind immer meinem Papa bei seinen Spielen zugeschaut. Irgendwann wolle ich es dann selber ausprobieren", erklärt Hinkelmann. Im Dezember 2006 wechselte er von Hangard in die D-Jugend des 1. FC Kaiserslautern. Dort spielte er fünf Jahre. "Während meiner Zeit beim FCK habe ich mich am Rücken verletzt und dadurch den Sprung in das Team verpasst. Freunde erzählten mir dann von der guten Jugendarbeit der SVE. Daraufhin nahm ich Kontakt mit Trainer Eiden auf und wurde von ihm direkt zu einem Probetraining eingeladen", erzählt der 19-Jährige. In der SVE-Jugend blühte Hinkelmann richtig auf und nach nur einem halben Jahr berief Eiden ihn in die Oberliga. "Das hat mich sehr stolz gemacht, da ich nicht damit gerechnet habe. Beim SVE habe ich von Anfang an eine tolle Unterstützung erfahren", sagt Hinkelmann.

Schnell wurde auch der damalige Trainer der ersten Mannschaft auf das Talent aufmerksam. Jens Kiefer ließ ihn mehrfach bei den Profis mittrainieren und berief ihn sogar zweimal in den Drittligakader. "Damals habe ich mir große Hoffnungen auf einen Stammplatz gemacht. Aber nach Kiefers Rücktritt im vergangenen Jahr hatte ich keinen Kontakt mehr zur ersten Mannschaft. Ich versuche aber weiterhin, mit Leistung auf mich aufmerksam zu machen", meint der Abwehrspieler.

Und das tut Hinkelmann. Seit dem Restrundenstart zeigt der Verteidiger eine "überragende Leistung", wie Eiden meint. Hinkelmann wollte nach seinem Abitur am Neunkircher Wirtschaftsgymnasium eigentlich ein duales BWL-Studium anfangen, fand jedoch keinen Betrieb. Stattdessen macht er nun ein freiwilliges soziales Jahr in der AHG-Klinik Münchwies, einem Sucht- und Therapiezentrum. "Ich wusste überhaupt nicht, was mich erwartet. Aber ich habe dort eine sehr gute und lehrreiche Zeit und konnte vor allem mit vielen Vorurteilen gegenüber Suchtkranken aufräumen", erklärt Hinkelmann. Seine berufliche Zukunft sieht er jedoch im Sport. Wenn es mit der Profikarriere nicht klappt, dann kann er sich einen Beruf in der Sporttherapie oder im Sportmanagement vorstellen.