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Der erste Film einer Frau aus Saudi-Arabien

Der erste Film einer Frau aus Saudi-Arabien

Wer am Sonntag die Matinée-Vorstellung der Kinowerkstatt besucht, wird Einblicke in eine verborgene Welt gewinnen. Anlässlich des Frauentages läuft der Film „Das Mädchen Wadjda“, der über Saudi-Arabien erzählt.

In einer Sonntagsmatinée zum Internationalen Frauentag am 8. März zeigt die Kinowerkstatt St. Ingbert den Film "Das Mädchen Wadjda" (Saudi Arabien/Deutschland, 2012.) Regisseurin Haifaa Al-Mansour drehte diesen Film über ein junge Mädchen in Saudi-Arabien, der in seiner klugen Beschränkung eine dem Zuschauer verborgene Welt öffnet. Es erheischt Aufmerksamkeit: der erste Film einer Regisseurin aus Saudi-Arabien! Doch wer "Das Mädchen Wadjda" gesehen hat, wird nachvollziehen können, dass man sich fast wünscht, der Film wäre frei von diesem Sensationsetikett, das augenblicklich zu einer Art Pflichtwahrnehmung aufruft. Denn das Schöne an Haifaa Al-Monsours Film ist gerade seine Zwanglosigkeit und Leichtigkeit. Man kann ihn auch einfach als einen witzig-melancholischen Film betrachten, mit einer berückend-forschen Hauptdarstellerin im Zentrum und einer völlig unkitschigen, trotzdem sehr berührenden Handlung. Wadjda (Waad Mohammed) ist zehn und lebt mit ihrer Mutter (Reem Abdullah) in Riad. Der Vater (Sultan Al Assaf) kommt nur auf Besuch vorbei, dann aber mit Geschenken und viel Zuneigung sowohl für die Tochter als auch für seine Frau. Die Gründe für dieses Wohnarrangement werden erst nach und nach klar: Offenbar kann die Mutter keine weiteren Kinder bekommen, und nun machen die Schwiegereltern Druck, dass ihr Sohn sich eine weitere Frau nehmen müsse. Doch dieses Drama, unter dem die Mutter leidet, bleibt im Hintergrund, ein bisschen so, als sei es auch zu normal, um groß herausgestellt zu werden. Wadjda hat ein grünes Fahrrad gesehen und will Geld verdienen, um das Rad zu kaufen, meldet sich sogar zum Koranrezitier-Wettbewerb ihrer Schule an. Doch Radfahren ist für Mädchen in Saudi-Arabien verboten.

Die Jury der Evangelischen Filmarbeit empfahl den Film als "Film des Monats".

kinowerkstatt.de