Der Ausdruck eines Liebesbündnisses

Der Ausdruck eines Liebesbündnisses

Mitten im Wald, auf den ersten Blick eher unscheinbar steht das Bildstöckchen in der Nähe der Oberkircher Talbrücke. Die Gebetsstätte wurde im August 1953 eingeweiht. Dieses Jubiläum wurde nun gefeiert.

"Ich hätte damals nicht geglaubt, dass ich einmal das 60. Jubiläum unseres Bildstöckchens erleben würde", erzählt Schwester Thereslore. Sie sitzt auf einem Stuhl mitten im Grünen und spricht zu einer großen Gemeinde von Gläubigen, die erschienen sind, um gemeinsam das Jubiläum der Gebetsstätte in der Nähe der Oberkircher Talbrücke zu feiern.

Schlicht, mit nur ein paar Blumen geschmückt, liegt der Bildstock mitten im Wald. Wer nicht genau hinsieht, könnte eventuell sogar daran vorbeigehen, ohne ihn zu bemerken, denn die Gebetsstätte ist keine große Kapelle oder ein wuchtiges, steinernes Kreuz. Lediglich eine hölzerne Säule mit dem Bild der Maria ragt zwischen den Bäumen hervor. Dennoch hat der Bildstock, oder das Bildstöckchen - wie die Oberkircher es nennen - eine wichtige Bedeutung. "Es ist der Ausdruck eines Liebesbündnisses", erläutert Schwester Thereslore, die bei der Errichtung dabei gewesen ist. "Des Liebesbündnisses zwischen Maria und den Menschen." Und seit seiner Einweihung am 15. August 1953, so die Schönstatt-Schwester weiter, hätten viele Gläubige ihren Weg dorthin gefunden, um ihre Sorgen abzuladen.

Auch am vergangenen Donnerstag waren viele Menschen gekommen, um gemeinsam mit Pastor Hanno Schmitt einen Gottesdienst am Bildstöckchen zu feiern. Sorgen allerdings wurden an diesem Tag keine abgeladen, denn alles drehte sich um das festliche Jubiläum. Stolz auf das 60-jährige Bestehen war vor allem einer: Bruder Berthold. Er nämlich hatte den Bildstock im Jahr 1953 errichtet. "Ich war eigentlich von Schönstatt hergekommen, um Urlaub zu machen", erinnert sich der gebürtige Oberkircher. Doch ein richtiger Urlaub wurde es dann doch nicht, denn Bruder Berthold nutzte die Zeit, die er hatte, um gemeinsam mit Glaubensbrüdern und -schwestern aus Schönstatt den Bildstock aufzustellen. "Dass er so viele Jahre Bestand haben würde, konnte ich nicht erahnen."

Und auch wenn von dem ursprünglichen Bauwerk nur noch der Sockel vorhanden ist - alles andere wurde im Laufe der Zeit ausgetauscht - fühlt sich Bruder Berthold dennoch mit dem Bildstöckchen verbunden. Und so macht es ihn umso glücklicher, dass sich in all den Jahren des Bestehens, immer wieder Leute gefunden haben, die sich um die Gebetsstätte kümmern. Zurzeit sind es Elke und Peter Baltes aus Oberkirchen, die nach dem Rechten sehen und dafür Sorge tragen, dass das Bildstöckchen noch viele weitere Jahre bestehen wird.

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