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Dauerhafte Unterstützung für Vereine

Dauerhafte Unterstützung für Vereine

Diese Form der Unterstützung ist wohl einmalig in der Region. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen Nestlé-Wagner die Gemeindestiftung Wagner Tiefkühlprodukte ins Leben gerufen. Das Ziel: die Förderung der Vereine und Hilfsorganisationen in der Kommune. 2013 hat die Stiftung 40 000 Euro an mehr als 44 Gruppierungen überwiesen.

44 Vereine und Hilfsorganisationen in der Gemeinde Nonnweiler haben sich mit Sicherheit gefreut. Sie hat die im vergangenen Jahr gegründete Gemeindestiftung Wagner Tiefkühlprodukte mit 40 000 Euro unterstützt. Und da Stiftungen ihren Kapitalstock nicht angreifen dürfen und nur so viel Geld ausgeben dürfen, wie sie mit Kapital erwirtschaften, ist diese finanzielle Hilfe langfristig angelegt.

Das betonten auch die Teilnehmer der Pressekonferenz am Montag im Nonnweiler Rathaus. Dort gab es eine erste Bilanz der neuen Stiftung.

"Aufgabe der gemeinnützigen Stiftung ist die Förderung des Gemeinwesens durch die finanzielle Unterstützung zum Beispiel der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, des Denkmalschutzes oder von Bildungs- und Sporteinrichtungen in der Gemeinde Nonnweiler", heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Vorsitzender der Stiftung ist der Nonnweiler Bürgermeister Franz Josef Barth. Er ging auf die Entwicklung der vergangenen Monate ein. Im September sei die Stiftungsurkunde rechtsfähig anerkannt worden, im Oktober habe das Finanzamt die Gemeinnützigkeit anerkannt. Das Stiftungsvermögen beträgt 4,3 Millionen Euro. Weitere 200 000 Euro stehen bereit, damit die Einrichtung sofort aktiv werden konnte. Bis zu 100 000 Euro im Jahr könne man ausgeben, so der Bürgermeister. Im November habe sich der Vorstand konstituiert und auch die ersten Auszahlungen beschlossen.

Diese gehen an 44 Vereine und summieren sich auf 40 000 Euro für das vergangene Jahr. Es gibt zwei Fördertöpfe, erläuterte Stiftungs-Geschäftsführer Günter Rausch, hauptamtlich Kämmerer der Gemeinde. Bei dem einen handelt es sich um die dauerhafte Förderung von Vereinen und Hilfsorganisationen in der Gemeinde. Die Vergabe der Mittel erfolgt hier analog zu den freiwilligen Ausgaben, die die Kommune bis 2013 aus dem Gemeindehaushalt finanziert hat. Die aber wegen der Schuldenbremse nicht mehr bezahlt werden können. Beim zweiten Fördertopf geht es um Einzelprojekte, für die ein Antrag gestellt werden muss. So gab es für 2013 einen Zuschuss für die Herausgabe eines Heimatbuches und für Umbauarbeiten an der Sternwarte Peterberg. Günter Rausch betonte: "Die Vereine können mit einer dauerhaften Förderung rechnen. Ohne die Stiftung hätten wir diese Förderung auf Null zurückfahren müssen."

Diese Nachhaltigkeit unterstrich auch Gottfried Hares aus der Unternehmerfamilie Wagner, die das Tiefkühlpizza-Werk in Otzenhausen aufgebaut hat: "Mit der Stiftung haben wir einen Weg gefunden, Gelder langfristig zur Verfügung zu stellen und langfristig einen Beitrag für die Bürger in der Gemeinde zu leisten." Man habe nachhaltig deutlich machen wollen, "dass wir uns der Gemeinde Nonnweiler verbunden fühlen."

Diese Möglichkeit, die Verbundenheit der Unternehmerfamilie Wagner auch unter der neuen Unternehmensführung von Nestlé fortzuführen, betonte Thomas Göbel, Geschäftsführer der Nestlé-Wagner GmbH: "Die Stiftung ist eine hervorragende Möglichkeit, sich in der Gemeinde zu engagieren."

Damit schaffe man auch einen Ausgleich dafür, dass durch die Übernahme von Wagner-Tiefkühlprodukte in den Nestlé-Verbund das Gewerbesteueraufkommen in Nonnweiler um etwa die Hälfte gesunken ist. Denn diese Steuer wird jetzt anders berechnet. Bürgermeister Barth dazu: "Uns als Gemeinde ist es sehr bewusst, dass diese Stiftung kein Muss ist. Dass das Unternehmen trotzdem an die Gemeinde gedacht hat, verdient unsere Hochachtung."

Zum Thema:

Auf einen BlickDer Stiftungsvorstand besteht aus dem Nonnweiler Bürgermeister Franz Josef Barth als Vorsitzender, dem Kämmerer Günter Rausch als Geschäftsführer, Gottfried Hares und Thomas Göbel als Vorstandsmitglieder. Bei zwei Sitzungen im Jahr vergibt das Gremium die entsprechenden Fördermittel an die Vereine und Gruppierungen in der Hochwaldkommune.Das Stiftungskapital von 4,3 Millionen Euro habe man defensiv angelegt, so der Vorstand. Denn der Grundstock darf durch die Auszahlungen nicht kleiner werden. Ausgezahlt werden nur die erzielten Überschüsse. Die dann, wenn die Zinsen wieder steigen, auch höher werden.Die Erfolgsgeschichte von Pizza Wagner beginnt in den sechziger Jahren. 1968 gründet Ernst Wagner die Wagner-Tiefkühlprodukte GmbH in Braunshausen. Später wurde das Werk in Otzenhausen gebaut und erweitert, das zweite Werk wurde im Sommer 2013 eingeweiht. Am 1. Januar 2005 stieg die Nestlé Deutschland AG mit einer Beteiligung von 49 Prozent bei Wagner ein. Seit Januar 2013 gehört das Unternehmen zum Nestlé-Verbund. vf