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„Das war ein dreckiger Sieg“

„Das war ein dreckiger Sieg“

Was für ein Krimi: Röchling Völklingen hat im Kampf um den Klassenverbleib einen Sieg gegen Roßbach gelandet. Zunächst vergab Völklingen viele Chancen. Die größte vergab aber Roßbach in der letzten Minute.

"Das war ein dreckiger Sieg", atmete Mannschaftskapitän Michael Ogrodniczek nach dem mühsamen 1:0-Erfolg des Oberliga-Schlusslichtes SV Röchling Völklingen gegen den Drittletzten SC Roßbach-Verscheidt auf. Einsatz, Lauffreudigkeit und Kampf stimmten, doch vorne bleibt Völklingen ein Rätsel. "Was ich in der kurzen Zeit, in der ich hier bin, an versemmelten Torchancen erlebt habe, geht auf keine Kuhhaut", stöhnte Trainer Günter Erhardt hinterher. Er hatte die Anfangsformation zum vierten Mal verändert: Rechtsverteidiger Pino Vituzzi musste auf die Bank. Für ihn kehrte Claudio Meli nach 14-tägiger, krankheitsbedingter Pause ins Team zurück und bildete mit Xavier Novic und Sammer Mozain die Angriffsreihe. Rechtsverteidiger spielte Andelo Srzentic, der bisher Außenstürmer war.

Diese offensive Ausrichtung sorgte dafür, dass die 247 Zuschauer 45 Minuten lang eine haushoch überlegene Gastgebermannschaft sahen. 6:1 Ecken vor der Pause unterstrichen dies. Aber Völklingen fabrizierte unglaublich viele Fehlpässe, spielte seine Chancen katastrophal zu Ende. Eine Szene aus der 33. Minute war beispielhaft dafür: Der einzige Eckball der Gäste vor der Pause wurde abgefangen. Dann ging es blitzschnell. Marc Hümbert spielte zu Mozain, der leitete sofort nach links zu Meli weiter und drei Völklinger stürmten auf zwei Roßbacher zu. Das sah klasse aus, wurde aber miserabel beendet, denn Melis Querpass zu den freien Mozain oder Novic landete an der rechten Eckfahne.

Als Hellseher erwies sich dann Lothar Pecka, der Trainer der Völklinger Zweiten: Als es in der 45. Minute Eckball für die Einheimischen gab, sagte er: "Komm, jetzt das 1:0 vor der Pause." Und die Spieler schienen es zu hören: Pascal Stelletta hob die Ecke an den Strafraum, Srzentic köpfte zu Novic, der verlängerte vom Elfmeterpunkt zu Ogrodniczek und der Innenverteidiger zeigte den Stürmern, wie man Tore macht: Aus fünf Metern hämmerte er die Kugel ins Netz. In der zweiten Hälfte wurde Roßbach mutiger, drückte auf den Ausgleich und bot Völklingen reihenweise Konterchancen an. Die größte vergab Stelletta, der nach Pass von Novic völlig frei vor dem Tor stand und den Ball aus acht Metern nicht reinbekam (51.). Aber auch Mozain stand zweimal völlig blank (52. und 63.) und vergab Riesenchancen. Dann die 90. Minute: Roßbachs Dzenis Ramovic ging in den Strafraum, Alex Otto grätschte ihm das Standbein weg und es gab Elfmeter. Die Völklinger Spieler fielen reihenweise um und schlugen die Hände vors Gesicht. Doch Torwart Sebastian Buhl hielt den von Tobias Bauer geschossen Strafstoß mit einer tollen Parade. "Letzte Woche haben viele über unseren Torwart gemeckert, heute hat er den Sieg festgehalten", lobte Erhardt. Claudio Meli atmete auf: "Ein Punkt wäre viel zu wenig gewesen." Und Sebastian Buhl meinte nach der langen Serie ohne Dreier: "Wir kannten das Gefühl zu gewinnen doch gar nicht mehr." Doch warum tat sich Völklingen so schwer? Dazu Günter Erhardt: "Der Druck war immens. Sowas lähmt Kopf und Füße. Die Defensivleistung war in Ordnung, aber wir müssen unser Spiel nach vorne schleunigst verbessern."