"Das ist der Todesstoß für die Realschulen"

"Das ist der Todesstoß für die Realschulen"

Namborn/Nonnweiler. Der Namborner Bürgermeister Theo Staub und der Nonnweiler Bürgermeister Hans-Uwe Schneider fordern ebenfalls ein Auslaufen der gymnasialen Oberstufe an den beiden Gesamtschulen in Marpingen und Türkismühle

Namborn/Nonnweiler. Der Namborner Bürgermeister Theo Staub und der Nonnweiler Bürgermeister Hans-Uwe Schneider fordern ebenfalls ein Auslaufen der gymnasialen Oberstufe an den beiden Gesamtschulen in Marpingen und Türkismühle. "Wenn das Abitur an den Gesamtschulen Türkismühle und Marpingen zugelassen wird, dann können wir die Erweiterte Realschule Nonnweiler zumachen", sagt der Nonnweiler Bürgermeister Hans-Uwe Schneider. Nonnweiler fehle schon jetzt eine ganze Klasse. Mehr als 20 Viertklässler seien im vergangenen Jahr zur Gesamtschule Türkismühle gegangen, weil dort das Abitur angeboten werde, so der Verwaltungschef. Die ERS Nonnweiler sei dadurch existenziell bedroht. Schneider: "Mittlere Bildungsabschlüsse müssen flächendeckend erhalten bleiben. Deshalb darf es keine Ungleichbehandlung geben. Durch das Abitur gewinnen die Gesamtschulen an Attraktivität auf Kosten der Erweiterten Realschulen."Auch ohne die gymnasiale Oberstufe an Gesamtschulen müsse Nonnweiler schon mit einer Sondersituation zurecht kommen. Im benachbarten Hermeskeil gebe es ein Gymnasium und eine Realschule, in Wadern ebenfalls ein Gymnasium. Alle drei Schulen werden schon traditionell von Schülern aus der Gemeinde Nonnweiler besucht. Schneider: "Unsere Schüler müssen schon immer fahren, gleich welche Schule sie besuchen. Da ändert auch der Ausbau der Gesamtschule nichts daran." Der Nonnweiler Bürgermeister erinnert auch an die demographische Entwicklung: "Wo sollen denn die ganzen Kinder für all diese gymnasialen Oberstufen herkommen. Ich fordere ein realistisches Angebot an Gymnasien im Landkreis."In die gleiche Richtung argumentiert auch der Namborner Bürgermeister Theo Staub. Die Sonderregelung für die Gesamtschulen benachteilige die Erweiterten Realschulen und auch die Gymnasien. Staub: "Den laufen die Kinder weg." Staub sieht durch die gymnasiale Oberstufe an den beiden Gesamtschulen die Realschulen gefährdet: "Das ist der Todesstoß für die Realschulen." Er fordert ein Ende des Sonderweges an den Gesamtschulen und eine Gleichbehandlung aller Schulen. Der mittlere Bildungsabschluss müsse flächendeckend erhalten bleiben. Staub, der auch Schulelternsprecher des Cusanus-Gymnasiums und Mitglied der Landeselternvertretung der saarländischen Gymnasien ist, sieht auch Nachteile für die bestehenden Gymnasien. Hier müsse man auch mit zurückgehenden Schülerzahlen rechnen. Zudem müssten, was die Schülerzahlen der Oberstufenkurse an den Gesamtschulen angeht, die gleichen Auflagen gelten wie an den Gesamtschulen.Um die Zukunft der gymnasialen Oberstufe ging es auch gestern Abend bei einer Eltern-Vollversammlung der Gesamtschule Marpingen in der Aula der Schule. Ein eigener Bericht dazu folgt.

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