Das "grüne Abitur" bestanden

Eiweiler. Da freute sich Martin Rausch (74) aus Nohfelden-Eiweiler, als ihm sein Enkel Karsten Kockler (16) seine Absicht mitteilte, dass er, wie Opa, Jäger werden wolle. Dennoch war dieser skeptisch, wusste der alte Jäger doch, wie schwierig es für seinen Enkel sein wird, die hierfür erforderliche Jägerprüfung zu bestehen

Eiweiler. Da freute sich Martin Rausch (74) aus Nohfelden-Eiweiler, als ihm sein Enkel Karsten Kockler (16) seine Absicht mitteilte, dass er, wie Opa, Jäger werden wolle. Dennoch war dieser skeptisch, wusste der alte Jäger doch, wie schwierig es für seinen Enkel sein wird, die hierfür erforderliche Jägerprüfung zu bestehen. So besuchte Karsten, der Schüler an der Hauptschule Türkismühle ist, in den Ferien zunächst einmal die Jagdschule, um sich das erforderliche Wissen anzueignen und sich für das "grüne Abitur", wie die Jägerprüfung auch genannt wird, vorzubereiten. Der Gesetzgeber hat unbescholtenen Jugendlichen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, die Möglichkeit eröffnet, den Jugendjagdschein zu erwerben. Dies setzt allerdings das Bestehen der Jägerprüfung voraus, die aus einem schriftlichen, einem mündlich-praktischen Teil und der Schießprüfung besteht. Dann war der Tag gekommen und Karsten musste in der Prüfung seine Kenntnisse über Tierarten, Wildhege, Wildbiologie, Waffenrecht, Waffentechnik, Tier- und Naturschutzrecht usw., nachweisen. Und dies tat er mit Erfolg. Ihm wurde nun auf seinen Antrag hin von der Jagdbehörde ein Jugendjagdschein erteilt. Damit darf er, wenn auch mit gewissen Einschränkungen, die Jagd ausüben. Opa Martin, als sein Lehrherr ließ es sich nicht nehmen, seinem Enkel, einem alten Brauch folgend, in feierlicher Form die Jägerwürde zuzuerkennen. Nach einer kurzen Ansprache im Kreise geladener Gäste, schlug er ihm drei Mal sanft mit dem Hirschfänger auf die Schulter mit den Worten: "Der erste Schlag soll Dich zum Jäger weihen, der zweite Schlag Dir Weidgerechtigkeit verleihen, der dritte Schlag sei ein Gebot: Was Du nicht kennst, das schieß nicht tot!" Ein überglücklicher Großvater überreichte dem stolzen Jungjäger als Geschenk einen Drilling, denn was wäre ein Jäger ohne Gewehr. Dass anschließend gefeiert wurde, versteht sich von selbst. Alles in allem ein Ereignis, an das sich Karsten Kockler sicherlich ein Leben lang gerne erinnern wird.Werner Peter