Das etwas andere Mühlenfest

Bosen. Auf der einen Seite der Eckelhauser Trödelmarkt, auf der anderen Seite das Fest am (fast leeren) Bostalsee. Tut das dem Fest an der Bosener Mühle gut oder nicht? Erwin Volz, der Vorsitzende des Kunstzentrums, sah das positiv, als er am Sonntagvormittag das Mühlenfest eröffnete. Die Kunst stand bei der Veranstaltung im Vordergrund

 Die Malerin Marie-Claude Cails erläutert den Gästen ihre Bilder.
Die Malerin Marie-Claude Cails erläutert den Gästen ihre Bilder.

Bosen. Auf der einen Seite der Eckelhauser Trödelmarkt, auf der anderen Seite das Fest am (fast leeren) Bostalsee. Tut das dem Fest an der Bosener Mühle gut oder nicht? Erwin Volz, der Vorsitzende des Kunstzentrums, sah das positiv, als er am Sonntagvormittag das Mühlenfest eröffnete. Die Kunst stand bei der Veranstaltung im Vordergrund. Den bedeutendsten Beitrag dazu lieferte der Trierer Maler Werner Persy, der mit 59 Bildern vertreten war und in Bosen kein Unbekannter ist. Schwerpunkt bildeten seine Aquarelle, und dabei wiederum viele Werke, die bei seinem Aufenthalt in Israel entstanden sind. Andere Zyklen standen unter den Themen "Propheten" und "Engel". 30 Gäste kamen aus Trier, wollten "ihrem" Maler an der Mühle begegnen und seine Werke kennenlernen. Herbert Hochdörffer, Mitglied im Beirat des Kunstzentrums, stellte ihnen den Künstler vor. "Ohne die Inspirationen des Geistes kann ich nicht arbeiten", sagte Werner Persy im Gespräch mit der SZ. "Deshalb ist Pfingsten für mich das höchste Fest des Jahres." Ständig sei er auf der Suche nach dem Verhältnis zu sich selbst, nach dem Verhältnis zu seinem Umfeld, zu der Natur und zu den Menschen, schließlich aber auch zum Herrgott. "Der Mensch steht im Mittelpunkt meiner Arbeit. Jedes Bild, das ich male, legt Zeugnis ab von der Schaffenskraft des Menschen und ist deshalb für mich ein religiöses Bild", gab der Maler zu verstehen. Seine Werke sind noch bis zum 10. August in der Bosener Mühle ausgestellt. "Gesiegelte Erde"Wertvolle Keramik- und Specksteinarbeiten bot Marliese Spaniol aus Marpingen zum Kauf an. Ein besonders schönes Stück war eine Schale aus Terra sigillata, das heißt "gesiegelte Erde", und ist die Nachbildung eines Geschirrs der römischen Kaiserzeit aus rotem Ton. "Leider habe ich nicht viel verkauft", gab die Künsterlin etwas enttäuscht zu. Auch die Kinder konnten sich künstlerisch betätigen und auf den im Hofgelände verlegten Steinen mit Malkreide Bilder entstehen lassen. Robin Becker betreute den Stand für den Luftballonwettbewerb. Jungen und Mädchen ab zehn Jahren durften dabei mitmachen. Das Alter war deshalb so festgesetzt, weil die zehn Gewinner im nächsten Jahr kostenlos an einem zweitägigen Kinderkunstkurs in der Mühle teilnehmen können. Janis Lerrmann aus Oberthal füllte ebenso seine Karte aus und band seinen Ballon daran fest wie Alina Müller aus Gau-Weinheim bei Alzey. Das Mädchen verbringt derzeit mit seiner Tante eine kleine Ferienfreizeit im St. Wendeler Land. Der Erlös des Mühlenfestes ist nach Angaben von Erwin Volz für die Aufgaben des Kunstzentrums bestimmt.