Das Burg harrt eines Kultur-Prinzen

Das Burg harrt eines Kultur-Prinzen

Neunkirchen. Es ist schon eine Weile her, als sich im Neunkircher Burg Theater das "Who is Who" nationaler Unterhaltungsgrößen die Klinke in die Hand gab. Ein Gästebuch erinnert noch an diese Zeit, in der Peter Frankenfeld, Willi Millowitsch, Conny Froboess, Peter Kraus, Udo Jürgens, die Lords und viele andere hier zu Gast waren

Neunkirchen. Es ist schon eine Weile her, als sich im Neunkircher Burg Theater das "Who is Who" nationaler Unterhaltungsgrößen die Klinke in die Hand gab. Ein Gästebuch erinnert noch an diese Zeit, in der Peter Frankenfeld, Willi Millowitsch, Conny Froboess, Peter Kraus, Udo Jürgens, die Lords und viele andere hier zu Gast waren. In etlichen Einträgen äußerten sie sich über den großen, fast runden Saal mit dem Balkon, die hervorragende Akustik und natürlich das Publikum, das in dieser stimmungsvollen Atmosphäre schnell zu begeistern war. 803 Besucher fanden damals hier Platz. Auch die Folgejahre, als aus dem Theater zunächst ein, später dann zwei Kinos wurden, verbinden noch immer viele mit einmaligen Erinnerungen. Das Filmfestival während der Sommerferien beispielsweise, als jeden Tag ein anderer Film gezeigt wurde, machte das Burg nicht nur für Filmfreaks zum cineastischen Eldorado. 2004 gingen die Lichter dann aus, oder im Falle eines Kinos wohl eher an, und der heutige Besitzer, Wolfgang Haupenthal, saß buchstäblich vor einem Scherbenhaufen. Dem letzten Pächter fehlte es offenbar an Gespür für das Traditionshaus am Oberen Markt, das er in einem desolaten Zustand hinterließ. Später beschäftigten sich die Gerichte mit dem Fall, den Haupenthal aber längst abgehakt hat. Er machte sich vor fünf Jahren daran, zumindest den kleinen Saal und das Foyer wieder herzurichten. Seine Idee, das Kino für private Filmvorführungen zu vermieten, kam zunächst nur bedingt an, aber im Laufe der Zeit entdeckten Künstler den Raum für sich. Rock- und Akustikkonzerte, Lesungen, Theater- und Hörspielvorführungen fanden mittlerweile in dem schmucken Saal mit seinen 80 Sitzplätzen statt. Oftmals in Kombination mit einer Ausstellung im Foyer, das ebenfalls für private Feierlichkeiten gemietet werden kann. Das Prunkstück des Burg Theaters allerdings, der große Saal, bleibt weiterhin ungenutzt. Zwar befindet sich noch bis Januar ein Lager für Textilien darin, aber diese Verwendung wird dem schönen Saal nicht gerecht. "Ich würde mir wünschen, dass sich ein Investor findet, der das Burg in meinem Sinne betreibt. Dieser Bau, der mitten auf dem ehemaligen Gelände des Neunkircher Schlosses steht, sollte wieder mit Leben gefüllt und kulturell genutzt werden", sagt Wolfgang Haupenthal. Kürzlich habe sich eine deutschlandweit bekannte Kabarettistin das Kino angeschaut. Sie plane, daraus vielleicht wieder ein Theater zu machen. Aber noch sei nichts spruchreif, so der 70-Jährige. Viel Fantasie bedarf es nicht, um sich das Burg wieder als Anlaufstelle für kulturell Interessierte vorzustellen. Als Lagerraum ist es allemal zu schade.

Auf einen BlickWer mehr über das Burg Theater erfahren möchte oder die Räumlichkeiten für eine Veranstaltung mieten will, kann sich mit Wolfgang Haupenthal in Verbindung setzen. Tel. (06821) 3094045 oder (06821) 3094130. pra

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