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Das Buch der Bücher war der Renner

Das Buch der Bücher war der Renner

Das war eine tolle Sache. Da hätte man am liebsten jeden einzelnen Anruf zur eigenen Geschichte gemacht, so viel hatten die Leute zu erzählen. Ganz erstaunlich war die Resonanz auf den Aufruf nach der ältesten Bibel im Kreis. Rund 80 Rückmeldungen gab es da: Per Telefon, per Mail - und einige Leser kamen gar persönlich vorbei und brachten ihre Kleinode grad mit

Das war eine tolle Sache. Da hätte man am liebsten jeden einzelnen Anruf zur eigenen Geschichte gemacht, so viel hatten die Leute zu erzählen. Ganz erstaunlich war die Resonanz auf den Aufruf nach der ältesten Bibel im Kreis. Rund 80 Rückmeldungen gab es da: Per Telefon, per Mail - und einige Leser kamen gar persönlich vorbei und brachten ihre Kleinode grad mit. Schließlich musste die Redaktion aber eine Entscheidung treffen: Gesucht war schließlich die älteste Bibel im Kreis. Gleich drei Exemplare stammen aus der Zeit vor 1750 - die haben wir dann als gleichwertig betrachtet. Und auch die Steinbacher Heimatforscher, deren älteste Bibel zwar einen Tick jünger ist, die aber gleich mehrere von den Steinbacher Bürgern anvertraut bekommen haben, fanden wir einer Extra-Geschichte für wert. Doch - wie erwähnt - eigentlich hätte man über jede Einzelne gerne geschrieben. Da gab es beispielsweise einen Anruf von Frau Schuler aus Neunkirchen, die mit einem ganz besonderen Exemplar aufwarten kann. Der "Bibel für arme Leute" aus dem Jahr 1815. "Die ist nicht so aufwändig gestaltet", erzählte sie am Telefon, "dadurch war sie günstiger, so konnte auch das einfache Volk sich eine kaufen." Starke Bibel-Druck-Jahre waren die Jahre zwischen 1855 bis 1890. Daher stammt das Gros der Bibeln der Anrufer. Für viele von ihnen ist die Bibel mehr als nur das Buch der Bücher. Hier findet sich auch ein Stück eigene Familiengeschichte wieder. So ist in der Ausgabe von Frau Schmitt aus Merchweiler aus dem Jahr 1870 ein richtiges Krankenbuch mit drin, das Zeugnis gibt über Vorfälle in der Familie. Meist sind auch die Vorbesitzer vermerkt: mit Name, Tauf- und Sterbedatum. Ein solches Familienerbstück hat beispielsweise Gerd-Horst Jung aus Neunkirchen. Mit Erinnerungen an den Nachbarn, der ihr die Bibel geschenkt hat, als sie klein war, verbindet Frau Fuchs aus Mainzweiler das Buch. "Wie alt weiß ich gar nicht, vermutlich um 1880, die ersten Seiten fehlen." Irmtraud Wolf aus Illingen hat ihre aus Rumänien mitgebracht. Dann gibt es da noch Hildegunde Stürmer mit einer Schulbibel von 1919 und Ulrich Fürth mit einer Traubibel von 1920 und und und. Viele Leser haben sich auch gemeldet mit Büchern rund um die Bibel, mit Gesang- und Gebetbüchern. Ingrid Zurek aus Wiesbach beispielsweise besitzt jeweils ein Original aus dem Jahr 1776.