Chinesische Jugendliche besuchen den Bostalsee

Chinesische Jugendliche besuchen den Bostalsee

Acht junge Chinesen weilten zwölf Tage, organisiert von der Bosener Segel- und Surfschule S.A.L.T., bei ihrer zweiwöchigen Schülerreise am Bostalsee. Künftig sollen die Besuche regelmäßig stattfinden, denn die Surfschule ist im Begriff zu expandieren. Ein Projekt in China befindet sich in der Planung und soll forciert werden.

Beim Segeln auf dem Bostalsee lernten die chinesischen Jugendlichen Sicherheitsaspekte kennen.

Der Fuxian-Hu-See in der chinesischen Provinz Yúnnán ist für Segler und Surfer ein fast unberührtes Paradies, sagte Christian Russ, Chef der Segel- und Surfschule am Bostalsee . "Fürs Surfen und Segeln gibt es noch keine richtige Infrastruktur, solche Sachen gibt es dort erst seit zehn Jahren", schilderte der 47-Jährige. Er ist mehrmals im Jahr in China , denn er will die Bedingungen dafür schaffen, dass die Chinesen aufs Surfbrett steigen und mit dem Segelboot über den riesigen See fahren. "Wir sind in der Planungsphase und wollen das Projekt nun forcieren", sagt er.

Ein weiterer Schritt wurde kürzlich getan. In der Provinzhauptstadt Kumming hat er eine Agentur für Schülerreisen eröffnet. Beim ersten organisierten Deutschland-Aufenthalt waren acht Jugendliche im Alter von zwölf bis 21 Jahren zwölf Tage im Ferienpark am Bostalsee . "Der Bostalsee ist erstens dafür als Freizeitzentrum ideal und zweitens ist die räumliche Nähe zu Frankreich und Luxemburg günstig. So konnten sie noch andere Länder kennenlernen", meinte Russ. Begleitet wurden sie von der Juristin Jie Zhou. "Die chinesischen Jugendlichen haben großes Interesse an Deutschland und sie reisen gerne", erklärte die 26-Jährige, die unter anderem in Saarbrücken studierte.

Auf dem Freizeitprogramm stand ein Surf- und Segeltag am Bostalsee . "Zum Erlernen ist das sehr kurz, sie sollten nur einen ersten Eindruck gewinnen und mitnehmen", so Russ. Wenden und Halsen wurden im Surfkurs geübt. Beim Segeln stand der Sicherheitsaspekt im Vordergrund.

Russ ging es darum, den Jugendlichen aufzuzeigen, wie in der Region die Freizeit verbracht wird. Von Bosen aus wurden Tagestouren unternommen, wie der Trip mit dem TGV nach Paris. "In China ist man ganz andere Entfernungen gewöhnt. Im Vergleich liegt hier alles um die Ecke", beschrieb Jie Zhou.

In Türkismühle bestieg die Gruppe den Zug nach Heidelberg oder zum Technik-Museum in Speyer. Sie war auch in Luxemburg. Ein Muss für die chinesische Jugend, so Russ, sei der Besuch in Trier, der Geburtsstadt von Karl Marx , gewesen. "Ein Bildungsbürger zu sein, gibt dem Chinesen ein Gesicht. Sie waren an allem unheimlich interessiert", so Russ. Auch das Reiten auf dem Mühlbergerhof in Gonnesweiler hat sie begeistert.

"Das war eine ganz tolle Zeit", lobte Lie Zunging, 14. Das Bogenschießen beim Indianer-Powwow am Bostalsee war sein persönlicher Höhepunkt. "In der Heimat sollen sie die positiven Erlebnisse und Eindrücke nun weitertragen", wünschte sich Russ. Er hat künftig vor, weitere Reisen, auch von Deutschland nach China , zu organisieren und Surfer und Segler auf dem Fuxian-Hu-See auszubilden.

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