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Center Parks am Bostalsee schließt wegen Corona bis 2. April

Kostenpflichtiger Inhalt: Konsequenz der Corona-Pandemie : Urlauber müssen Ferienpark am Bostalsee verlassen

Mit der Schließung der Anlage am Bostalsee am Montagmittag reagierte der Betreiber Center-Parcs auf entsprechende Verordnungen, mit deren Hilfe das Coronavirus eingedämmt werden soll.

Seit Montag, 12 Uhr, haben alle Center-Parcs in Deutschland wegen der Corona-Pandemie bis einschließlich 2. April geschlossen (wir berichteten). Während Esther Puma, die General-Managerin des Center-Parcs am Bostalsee, am Sonntagmittag in regem telefonischen Kontakt mit dem Nohfelder Bürgermeister Andreas Veit (CDU) und Gesundheitsbehörden stand, war am Bostalsee von einer Corona-Krise nichts zu verspüren. Ganz im Gegenteil. Gruppenweise marschierten gut gelaunte Menschen rund um den Stausee und genossen mit dem Blick durch die Sonnenbrille die tollen Frühlingstemperaturen. Den wegen einer Ansteckungsgefahr von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern hielten die Spaziergänger dabei nur selten ein. Ebenso wenig die stimmungsvollen Besucher, die vor dem Büdchen des Bostal-Beach-Clubs im Gonnesweiler Strandbad auf den Bierbänken eng nebeneinander hockten. „Der Bostalsee hat sich von seiner schönsten Seite gezeigt, unsere Gäste waren so zufrieden“, schwärmte Puma am Montag.

Allerdings gestand sie, dass sie sich in der zurückliegenden Woche als Ferienpark- und Krisenmanagerin wie in einem Film gefühlt habe. Denn der Corona-Virus ist im Saarland angekommen und dessen Gegenmaßnahmen und Verfügungen gegen die Ausbreitung schränkte den Betrieb im Ferienpark immer mehr ein. „Mit dieser Geschwindigkeit habe ich persönlich nicht gerechnet. In den vergangenen Tagen hatten wir alle 48 Stunden eine Krisensitzung, der Plan B lag immer in der Schublade bereit. Die Sicherheit der Gäste und aller Mitarbeiter hatte dabei höchste Priorität“, erklärte Puma. Doch seit Freitag, so die Managerin, habe sich die Anzahl der Meldungen, Verordnungen und Maßnahmen überschlagen. Am Samstag war zunächst vom Landkreis St. Wendel die Schließung des Schwimmbades per Allgemeinverordnung verfügt worden, was einen Einschnitt bedeutet hat. „Das den Gästen zu kommunizieren, war schon eine Herausforderung, aber keiner hat sich darüber beschwert“, berichtete die Managerin.

Es geht ab nach Hause. Eine Familie verlässt in ihrem Wagen ihr Urlaubsdomizil, den Center-Parcs am Bostalsee. Foto: B&K/Bonenberger/

Nachdem dann die Gäste vom Sonntagsspaziergang oder Ausflug zurückgekehrt waren, trat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vor das Mikrofon und kündigte Kontrollen an den Grenzübergängen zu Frankreich, Österreich, Luxemburg, zur Schweiz und nach Dänemark an. Reisende ohne triftigen Grund dürften ab Montag 8 Uhr nicht ein- und ausreisen. Seehofer appellierte an alle, „nicht zwingende Reisen zu unterlassen“. Kurz darauf beschloss Center-Parcs, alle Ferienanlagen in Deutschland bis einschließlich 2. April zu schließen. Neue Urlauber seien sofort per Mail benachrichtigt worden, damit sie nicht mehr anreisen. „Center-Parcs befolgt die Vorschriften der deutschen Regierungsinstitutionen und Gesundheitsbehörden. Es ist die richtige Entscheidung. Nach den angekündigten Sondermaßnahmen können wir unsere Ferienparks nicht mehr betreiben“, meinte sie zum Beschluss der Geschäftsleitung.

Vorerst bis 2. April bleiben die fahrbaren Untersätze im Depot. Foto: Frank Faber

230 Ferienhäuser waren über das Wochenende am Bostalsee belegt. 65 Familien, die noch gerne länger geblieben wären, mussten am Montag vorzeitig die Koffer packen. „Wir haben sie am Sonntagabend persönlich informiert und ihnen mündlich und schriftlich die Entscheidung mitgeteilt“, sagte Puma. Alle Gäste, die während der Schließung gebucht haben, erhalten einen digitalen Gutschein im Wert ihrer ursprünglichen Reservierung, mit dem sie einen weiteren Aufenthalt buchen können.

„So etwas gab es in Deutschland noch nie. Die Gesundheit der Menschen geht vor und deshalb sollten wir alle auf das hören, was uns in dieser Situation von Virologen empfohlen wird“, fand ein entspannter Center-Parcs-Gast beim Frühstück vor seiner verfrühten Abreise. Seit Montagmittag ist der Ferienpark verwaist. Die Mitarbeiter bauen jetzt Überstunden oder den Resturlaub aus dem Vorjahr ab. Für den Nachmittag war eine Mitarbeiterversammlung terminiert. „Mit den Betriebsräten werden wir über die Beantragung von Kurzarbeitergeld reden“, teilte Puma mit. Alle anderen Hotels und Gastronomiebetriebe rund um den Bostalsee haben noch geöffnet.