Brieffreunde lernen sich kennen

Schüler des Peter-Wust-Gymnasiums in Merzig trafen sich kürzlich zum ersten Mal mit ihrer Partnerklasse des Collège Pierre Claude in Sarre-Union. Die Begegnung fand in Saarbrücken statt.

Schulpartnerschaften und Schülerbegegnungen vertiefen und beleben die deutsch-französische Freundschaft und dienen auch dem Erlernen der Sprache der Grenznachbarn. Das Peter-Wust-Gymnasium Merzig fühlt sich diesem Gedanken seit langer Zeit verpflichtet und pflegt daher Kontakte zu verschiedenen Partnerschulen im grenznahen Raum, vor allem in Sarrebourg und Thionville. Ende Januar 2014 wurde nun zum ersten Mal auch eine Begegnung mit dem Collège Pierre Claude in Sarre-Union durchgeführt. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Dorothea Chiron und Rebecca Leipziger machte sich die Klasse 5c des PWG auf den Weg nach Saarbrücken, um dort die Partnerklasse aus Sarre-Union zu treffen.

Da die Fünftklässler des Peter-Wust-Gymnasiums in Merzig (PWG) ihre Austauschschüler bisher nur aus Briefen kannten, war die Aufregung vor der ersten persönlichen Begegnung selbstverständlich groß.

Am Saarbrücker Schloss warteten die französischen Brieffreunde mit ihren Lehrern. Sie hatten Namensanstecker für sich und ihre Austauschpartner gebastelt, sodass das Zusammenfinden der "Paare" kein Problem war. Nachdem alle ihren Austauschpartner gefunden und sich herzlich begrüßt hatten, ging es mit dem interessanten Programm los.

Insgesamt 50 Schüler

Die nun 50 Schüler umfassende Gesamtgruppe wurde in zwei gut gemischte Gruppen aufgeteilt, wobei die französischen und deutschen Austauschpartner natürlich jeweils in einer Gruppe waren. Während die erste Gruppe mit einer Stadtrallye am St. Johanner Markt begann, begab sich zweite Gruppe ins Historische Museum Saar am Saarbrücker Schloss. Dort besuchten die Schüler mit einer zweisprachigen Führung die Ausstellung "Albert Weisgerber - Märchen der Brüder Grimm". Die Schüler konnten dort die Tuschezeichnung Weisgerbers betrachten und ihr Wissen über Märchen unter Beweis stellen. Eine interessante Erfahrung für die PWG-Schüler war dabei, dass ihre französischen Freunde eigentlich dieselben Märchen kennen.

Auf besonderes Interesse stieß der anschließende Workshop, bei dem jeder Schüler selbst das Zeichnen mit Federhalter und Tusche ausprobieren durfte. Die hierbei entstandenen Werke konnten die Schüler als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Zum gemeinsamen Mittagessen im Gemeindezentrum am St. Johanner Markt vereinten sich beide Gruppen wieder. Dabei herrschte eine sehr freundschaftliche Atmosphäre, denn es wurde viel miteinander gelacht. Außerdem tauschten die Schüler landesübliche Süßigkeiten aus. Am Nachmittag absolvierten die beiden Gruppen jeweils das Vormittagsprogramm der anderen Gruppe. Das hieß für die Gruppe, die am Vormittag im Museum war, nun zur Stadtrallye aufzubrechen. In kleinen deutsch-französischen Gruppen waren verschiedene Fotos wiederzuerkennen und Fragen zu beantworten. Da die Fragen zum Teil auf Deutsch und zum Teil auf Französisch formuliert waren, mussten die Schüler auch ihre Kommunikationsfähigkeiten in der Fremdsprache unter Beweis stellen. Nach Auffassung der begleitenden Lehrerpersonen hat dies ganz wunderbar funktioniert, und alle Fragen konnten richtig beantwortet werden.

Angesichts des kurzweilligen Programms und der herzlichen Begegnungen kam der Abschied für die Teilnehmer eigentlich schon zu früh. Bevor man sich trennte, erfolgte daher auch ein reger Austausch von Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Nach diesem gelungenen Treffen freuen sich alle Beteiligten auf weitere Briefe und Begegnungen.