Bosener Mühle am Bostalsee soll zum Kulturgarten werden

Naturthemen stehen im Vordergrund : Bosener Mühle soll Kulturgarten werden

Der Verein Kunstzentrum Bosener Mühle möchte auf Natur-Themen aufmerksam machen. Partner sollen dabei helfen.

Am Bostalsee tut sich was. Das Gelände zwischen Bosener Mühle und Segelhafen soll in einen Kulturgarten umgewandelt werden. „Der Bostalsee bietet Naherholung und zahlreiche touristische Angebote rund um Sport und Kultur. Naturnahe Themen finden wir eher noch nicht besetzt“, sagt Christoph Frisch, der Vorsitzende des Vereins Kunstzentrum Bosener Mühle.

Daher die Idee: Gemeinsam mit Partnern in das Areal Inseln zu installieren, die mit Themen der Natur einhergehen. „Dabei wollen wir mit dem vorhandenen Bestand an Bäumen, Sträuchern und einer Wiesenfläche arbeiten und im Kunstzentrum entstandene Skulpturen und Plastiken integrieren“, erläutert Frisch bei seiner Projekt-Päsentation in der Bosener Mühle. Die Partner, das sollen zum Beispiel die regionalen Obst- und Gartenbauvereine und Imker sein. Vertreter von Vereinen aus Selbach, Theley, Nohfelden, Eisen und Bosen bekundeten bei dem ersten Treffen bereits ihr Interesse.

Da das Projekt auch einen nachhaltigen Bildungsansatz verfolgt, steht auch die Zusammenarbeit mit Schulen auf der Agenda. Frisch hofft auf eine Win-Win-Situation für alle und ist überzeugt: „Wir können hier auf dem Gelände junge Menschen mit ökologischen Themen in Berührung bringen und die Vereine dabei unterstützen, Nachwuchs zu finden. Junge Menschen, die früh für naturnahen Themen sensibilisiert werden, sind später eher bereit, sich hierfür in einem Verein zu engagieren.“

Die Gemeinschaftsschule Türkismühle ist bereits im Boot und das Interesse der Lehrer ist geweckt. Die Anlage von Hochbeeten oder die Installation von Insektenhotels könnten mögliche Arbeitsaufträge für die Schüler sein. Mit im Boot ist bereits auch Martin Steinert. Seine hölzerne Plastik „Das Boot“ hat seit 2018 als Beitrag zur Kunstaktion „Straße der Skulpturen – Reloaded“ ihren Liegeplatz inmitten des geplanten Kulturgartens gefunden. „Wir könnten uns vorstellen, einen Barfußpfad für Kinder anzulegen“, sagt Peter Ludwig vom Bosener Obst- und Gartenbauverein.

Die geplanten Inseln sollen nicht nur von den Projektpartnern gestaltet und betreut werden. Hier können Vereine wie die Obst- und Gartenbauvereine für ihre Anliegen werben. „Das können Aktions- und Schauorte sein, um etwa den Besuchern zu zeigen, wie man einen Obstbaumschnitt vornimmt“, erklärt Christoph Frisch. Diplom-Biologe Michael Keller vom Landkreis St. Wendel empfiehlt, sich auf die Ansiedlung von Wildbienen zu konzentrieren: „Da diese Bienen nicht weiter als 300 Meter für ihr Futter fliegen, sollten standortnah zum Bienenhotel auch entsprechende Wiesen gepflanzt werden. Die Vereine könnten hier wunderbar demonstrieren, welche Pflanzen man im Garten als Nahrungsquelle für Wildbienen anlegen sollte.“

Nach den Ideen von Christoph Frisch würden die Wildbienen in dem Kulturgarten in künstlerisch gestaltete Bienenhotels einziehen. „In unseren Keramikateliers könnten die Schüler Elemente für die Insektenhotels töpfern.“ Überhaupt soll ausschließlich mit naturnahen Materialien wie Holz, Naturstein und Weiden gearbeitet, nichts fundamentiert werden. „Für Kinder ist es spannend zu beobachten, wie etwas sich zersetzt“, erläutert Frisch.

Für ihn ist der Standort ideal für den Kulturgarten: „Unser Gelände liegt unmittelbar am stark frequentierten Seerundweg. Über Sichtachsen machen wir die Menschen auf den Kulturgarten aufmerksam. Es gibt einen Parkplatz sowie in der Zufahrt eine Bushaltestelle, was vor allem für Schulen wichtig ist.“ Durch die vorhandene Infrastruktur bietet sich der geplante Kulturgarten als Zielpunkt für schulische Exkursionen und Wandertage an. Frisch: „Die Ateliers und Ausstellungsräume des Kunstzentrums könnten für Unterricht vor Ort genutzt werden.“

Der Kulturgarten soll allen Interessierten ein Besuchsort am See sein, an dem Insekten- und Artenschutz oder auch der eigene Garten thematisiert werden. „Wir haben hier eine optimale Ausgangslage und können direkt loslegen“, begeistert sich Frisch. Nun hofft er, dass nach dem ersten Treffen weitere Protagonisten hinzukommen. Im nächsten Schritt soll in kleinen Gruppen weitergearbeitet werden.

Der Verein Kunstzentrum Bosener Mühle stellte seine Idee zum Projekt Kulturgarten vor. Foto: Marion Schmidt

www.bosener-muehle.de

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