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Biker helfen schwerkrankem Kumpel in Bosen

Hilfe für kranken Freund in Bosen : Motorradclub-Freunde helfen Kumpel nach Schicksalsschlag

Wie selbstverständlich legen Biker einen neuen Weg an, damit der jetzt auf den Rollstuhl angewiesene Eric Korb in sein Haus kann.

Der plötzlich diagnostizierte Hirntumor bei Eric Korb aus Bosen versetzte seine Eltern am ausklingenden Weihnachtsfest in Schockzustand. Am zweiten Weihnachtstag musste ihr 51-jähriger Sohnauf dem Heimweg von Baltersweiler mit seinem Auto anhalten. Der dreifache Vater habe ein Taubheitsgefühl im Gesicht verspürt „und konnte einen Satz nicht mehr richtig wiederholen“, berichtet sein Vater Rüdiger Korb.

Die Ärzte im St. Wendeler Krankenhaus behielten ihn gleich da und diagnostizoerten mithilfe der Magnetresonanztomograhie (MRT) keinen Schlaganfall, wie zuerst befürchtet, sondern eine Zyste im Gehirn. „In der Homburger Uniklinik musste er operiert werden, und dabei sind 70 Prozent des Gehirns entfernt worden“, erklärt Rüdiger Korb. Als sein Sohn wieder aufwachte, habe er feststellen müssen, dass er seine rechte Körperseite nicht mehr bewegen konnte. „Er ist jetzt ein Pflegefall“, so der Vater, dessen Sohn beruflich als Elektroingenieur tätig war.

Als seine Freunde vom Motorradclub Fire Eagles Chapter Nordsaar aus Landsweiler-Reden von Eric Korbs heftigem Schicksalschlag erfuhren, machten sie sich umgehend Gedanken, was sie in dieser Situation für den Bikerkumpel tun könnten. „Bei uns im MC ist so etwas selbstverständlich, wie in einer Familie“, sagt das Bosener MC-Mitglied Marco Donie. Den Bikern war klar, dass sie für Kumpel Eric einen barrierefreien Zugang in sein Haus bauen mussten. „Denn für den Übergang musste Eric anfangs ins Seniorenheim Haus Bostalsee einziehen. Es musste schnellstmöglich was passieren, damit er in sein Haus kann“, erklärt Donie.

Da die Treppe am Vordereingang des Hauses viel zu steil ist, um mit dem Rollstuhl hochfahren zu können, entschlossen sie sich, vom Bürgersteig aus einen Weg zum Hintereingang anzulegen. „Wir haben jemanden gefragt, der einen Kleinbagger hat und drei, vier Mann haben einen Weg gebaut und gepflastert“, erzählt Donie. Auch Ortsvorsteher Armin Loos, so Rüdiger Korb, habe sich spontan und großzügig an der Hilfsaktion beteiligt: „Er hat uns sofort einen Platz zugewiesen, wohin der ausgehobene Mutterboden abtransportiert werden konnte.“

Nachdem der Weg jetzt fertig ist, kann Eric Korb jetzt mit dem Rollstuhl von der Straße und am Haus vorbei über die Terrasse ins Haus rollen. „Das ist eine wunderbare Geste seiner Motorradfreunde“, weiß Rüdiger Korb das Engagement der Biker zu schätzen. Und die holen ihren Freund nun bei schönem Wetter ab und verbringen Zeit mit ihm. Nachdem der behindertengerechten Gestaltung des Zugangs müssen die Zimmer und das Bad im Haus noch barrierefrei auf Vordermann gebracht werden. Derzeit wird Eric Korb mit einer Chemotherapie in der Homburger Uniklinik weiterbehandelt.