Beten und Springen zu Polkamusik

Beten und Springen zu Polkamusik

Kurioses Unesco-Weltkulturerbe: Bei der Echternacher Springprozession hüpften Kinder, Erwachsene und Senioren in Fünferreihen durch die luxemburgische Klein-stadt. Tausende Pilger kamen zu dem historischen Spektakel.

Bei um die 30 Grad sind gestern knapp 10 000 Menschen ins luxemburgische Echternach zur traditionellen Springprozession gepilgert. Tausende Gläubige bewegten sich zu Polkamusik in Fünferreihen betend und springend durch die Straßen der Kleinstadt an der deutschen Grenze. "Es wird mit dem ganzen Körper gebetet", sagte der Sprecher der katholischen Kirche in Luxemburg , Roger Nilles. Die Pilger seien aus Luxemburg , Deutschland, Belgien und den Niederlanden angereist. Auch mehrere Bischöfe besuchten das Spektakel, darunter Triers Oberhirte Stephan Ackermann. Mit der Prozession wird der heilige Willibrord (658-739) verehrt: Er hatte als angelsächsischer Benediktinermönch um 700 als Stützpunkt seiner Missionsarbeit die Abtei Echternach gegründet und ist in der dortigen Basilika beigesetzt. Seit 2010 gehört die Wallfahrt zum Unesco-Weltkulturerbe . "Die Prozession spricht Menschen auch deshalb an, da sie es ermöglicht, den ganzen Körper in das Gebet mit einzubeziehen", sagte Nilles. Die Gläubigen springen von einem Bein auf das andere vorwärts und seitwärts. Die Prozession sei "ein Kuriosum", "keine Folkloreshow", so Nilles. Auch 2013 kamen 10 000 Pilger .

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