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Bergleute feiern die Mettenschicht

Bergleute feiern die Mettenschicht

Ein Hauch alter bergmännischer Tradition wehte durch den Barbara-Stollen in Gonnesweiler bei der Mettenschicht des Landesverbandes der Berg-, Hütten- und Knappenvereine des Saarlandes. Bei der Veranstaltung wurden auch zwei neue „Ehrenhauer“ ernannt.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Barbara-Stollen in Gonnesweiler bei der Mettenschicht des Landesverbandes der Berg-, Hütten- und Knappenvereine des Saarlandes. Diese findet seit acht Jahren alljährlich kurz vor Weihnachten im Ort am Bostalsee statt. "Die Mettenschicht wurde früher von den Bergleuten am 23. Dezember, also dem letzten Tag vor Heiligabend unter Tage begangen", berichtete Klaus Hiery, der Vorsitzende des Landesverbandes. "Wir pflegen die Mettenschicht nach wie vor als bergmännischen Brauch und versuchen bei der Durchführung den historischen Abläufen nahe zu kommen", so Hiery weiter.

Traditionell gab es im Barbara-Stollen dann auch viel weihnachtlichen Gesang und festliche Gedichte. Auch eine Bergpredigt wurde gehalten. Diese hielt der Franzose Gérard Bruck , Präsident des Zweckverbandes Carreau Wendel. Das Carreau ist ein Minenmuseum unmittelbar hinter der französischen Grenze. Brucks Großvater Georg wurde 1908 in Tholey geboren, 1935 wanderte die Familie nach Frankreich aus. Bruck betonte in seiner Rede, die Wichtigkeit der Erhaltung der bergmännischen Tradition und lobte dabei ausdrücklich die gute Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen im benachbarten Frankreich und Deutschland.

Kurz nach Brucks Bergpredigt folgte ein weiterer Höhepunkt der Mettenschicht. Der Leiter des Katholischen Büros Saarland , Prälat Dr. Peter Prassel und der Beauftragte der Evangelischen Kirchen im Saarland , Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann wurden vom Landesverband zu Ehrenhauern ernannt. "Wir ehren mit dieser Auszeichnung Personen, die sich für den Bergmannsstand und die, die ihn tragen, engagieren. Aber auch Personen, die die alte Bergmannstradition und das Brauchtum pflegen, sowie Personen, die mithelfen, das bergmännische Erbe der Nachwelt zu erhalten", erklärte Hiery.

Sprung über das "Arschleder"

Mit der Ernennung zu Ehrenhauern wurde das Engagement von Prassel und Hofmann für die Bergleute in den vergangenen Jahren gewürdigt. "Sie haben uns und unsere Familien beispielsweise begleitet, als wir mit dem Rücken zur Wand standen und die Bergwerke geschlossen wurden", so Hiery. Vollzogen wurde die Ernennung übrigens auch mit einer alten Tradition, dem Sprung über das "Arschleder". Das "Arschleder" oder auch Bergleder wurde von Bergmännern bei der Arbeit getragen und diente als Schutz vor dem Durchwetzen des Hosenbodens und dem Schutz gegen Bodennässe beim Sitzen.

Zur Mettenschicht waren auch zahlreiche Ehrengäste nach Gonnesweiler gekommen, darunter der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald . "Ich folge der Einladung zur Mettenschicht seit acht Jahren, weil es mir ein Bedürfnis ist. Sie lässt die Bergmannskultur weiterleben, die auch im Landkreis St. Wendel fest verwurzelt ist. In meiner Heimat Marpingen zum Beispiel waren früher teilweise 70 Prozent der Einwohner vom Bergbau abhängig", sagte der Landrat.