Ein volles Jahrhundert: Begeisterung für Fußball fesselt Spieler bis heute

Ein volles Jahrhundert : Begeisterung für Fußball fesselt Spieler bis heute

Der SC Bostalsee Bosen kann auf zahlreiche Erfolge zurückblicken. Das Geburtstagsfest startet am Freitag.

Die Leidenschaft für das Spiel mit dem Ball hält seit 100 Jahren in Bosen an. Sieben fußballbegeisterte junge Männer haben vor einem Jahrhundert den Sportclub (SC) gegründet. Von Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. Juli, wird die von den Gründervätern ausgehende Leidenschaft mit einer Jubiläums-Veranstaltung auf dem Sportplatz gefeiert.

Im vergangenen Jahr hat der SC seine Satzung umgeändert und den Zusatz „Bostalsee“ in die Vereinsadresse aufgenommen. „Wir sind Teil der Spielgemeinschaft Bostalsee und haben damit für eine weitere Identität sorgen wollen“, erklärt Thomas Rausch, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam mit den Ex-Spielern Stefan Ding (Finanzen), Rüdiger Pilger (Spielbetrieb) und Michael Morsch (Organisation) führt er seit September 2018 die Vereinsgeschäfte. Das Quartett hat Michael Riotte abgelöst, der knapp drei Jahrzehnte an der Spitze des SC gestanden hat. „Wir wollten uns neu und mit klarer Aufgabenteilung aufstellen“, sagt Rausch.

Zehn Jahre ist es mittlerweile her, da konnte die Einweihung des vereinseigenen Rasenplatzes gefeiert werden. Solch ein Geläuf existierte zur Zeit der Gründerväter beileibe noch nicht. Im Persch, der heutigen Liegewiese am Strandball, hoppelte zunächst der Ball, von dort ging es in den unebenen Rübengarten (Bereich Ampel am Campingplatz).

Übrigens. Im allerersten Spiel setzte es eine 0:20-Niederlage für die Bosener Kicker gegen Birkenfeld. Es soll an den Platzverhältnissen gelegen haben. Doch von der Schlappe ließen sie sich keineswegs entmutigen. Im Gegenteil. 1923 wurde die Meisterschaft in der C-Klasse gefeiert. Fünf Reichsmark legten die Vereinsmitglieder hin, um dann den angepachteten Sportplatz Rübengarten zu kaufen. Allerdings brachte das wenig. Im Verein lief es nicht rund, das führte zum Rückzug der Mannschaft.

Mit dem Bau einer Turnhalle ab 1929 durch den Turnverein bekam der Fußball neuen Aufschwung. In der Spielzeit 1948/49 errang der SC die Meisterschaft in seiner Spielklasse und trat für eine Saison in der 1. Kreisklasse Gruppe Nordsaar an. 1961/62 stieg das Team wieder in die B-Klasse ab. In den 1970er-Jahren wurde das Segeln, das Angeln und Rudern in das sportliche Vereinsangebot aufgenommen.

Später folgten unvergessene Triumphe der Fußballer. Am Ende der Saison 1995/96 gewannen sie die Meisterschaft in der Bezirksliga Nord, ein Jahr später die in der Landesliga Nord/Ost. Unter Trainer Helmut Wittig wurde gar in den 1990er-Jahren in der höchsten saarländischen Amateurliga mitgemischt. 2006 schloss sich der SC mit dem Nachbarverein FV Gonnesweiler zusammen und bildet seitdem die Spielgemeinschaft Bostalsee.

Vor einem Jahr standen die beiden Dörfer auf dem Kopf. Durch einem 1:0-Sieg im vorletzten Saisonspiel bei der SG Neunkirchen/Nahe-Selbach vollzog die Mannschaft unter Spielertrainer Thomas Holz einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft in der Landesliga. Die und der damit verbundene Aufstieg in die Verbandsliga wurde eine Woche später bejubelt. Nach dem direkten Abstieg im Mai, spielt die SG wieder in der Landesliga. Zwei Herrenmannschaften, eine Alt-Herren-Mannschaft, eine Damenmannschaft und zwei Juniorinnen-Mannschaften nehmen am Spielbetrieb teil. Zudem ist die SG mit seinen Nachwuchsspielern an verschiedenen Jugendspielgemeinschaften beteiligt.

„Wir sind auch fest ins Dorfgeschehen integriert“, stellt Rausch fest, dass der SC bei Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt präsent ist. Derzeit zählt der Verein 180 Mitglieder.

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