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Baustellenlösung für Ottweiler Sportzentrum

Baustellenlösung für Ottweiler Sportzentrum

Wegen eines Bakterienproblems wird das Sportzentrum Seminarstraße in Ottweiler ab Juli teilweise saniert. Während die Vereine weiterhin in der Halle trainieren können, müssen die anliegenden Schulen andere Lösungen finden.

Örtliche Vereine und zwei Schulen nutzen das Sportzentrum Seminarstraße in Ottweiler stark - Das zeigt ein Blick auf die Hallenbelegung. In den zwei Hallen sowie dem Gymnastikraum trainieren wochentags bis 15 Uhr die Anton-Hansen-Schule und das Gymnasium. Nach 15 Uhr steht die Sporthalle des Landkreises Neunkirchen den örtlichen Sportvereinen zur Verfügung; auch samstags sind dort Vereine anzutreffen - etwa der TV Ottweiler oder der Badminton-Club Ottweiler .

Umso größer sei laut Mark Weishaupt, Vorsitzender des BC Ottweiler , die Aufregung gewesen, als der Landkreis Anfang Mai in einem Schreiben zunächst mitteilte, dass das Sportzentrum von Anfang Juli bis Ende Oktober komplett gesperrt werde. Grund sei eine Sanierung im Sanitärbereich: Bereits in der Vergangenheit konnten die Sportler wegen eines Legionellen-Problems regelmäßig nicht vor Ort duschen. Auf infektionsschutz.de, einer Internet-Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), heißt es, dass sich die Bakterien in künstlichen Wasserleitungen vermehren und dort wegen der warmen Temperaturen gut gedeihen. Laut BZgA können Legionellen unterschiedlichste Krankheitsbilder auslösen, etwa grippeartige Beschwerden. Eine komplette Sperrung des Sportzentrums in Ottweiler hätte Vereine wie den BC Ottweiler gezwungen, bei befreundeten Vereinen anzuklopfen - zumal die Badminton-Saison immer Mitte September starte. "Badminton ist ein klassischer Hallensport und wir brauchen spezielle Felder", sagte Weishaupt gegenüber der SZ. Solche Felder gebe es in Ottweiler noch in der Sporthalle Im Alten Weiher, aber diese ist zurzeit gesperrt; das Stadion sowie Duschen und Umkleiden sind weiterhin nutzbar. Die Stadt Ottweiler will die erheblichen Schäden in der Dachkonstruktion laut Gerhard Schmidt, Leiter des Bauamtes Ottweiler , im Frühjahr 2015 beheben. Für das 1,2 Millionen-Projekt müsse die Stadt noch auf Fördergelder warten. Um das Hallen-Problem in Ottweiler zu entschärfen, lud Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider deswegen Ende Mai alle Vereine, die das Sportzentrum in der Seminarstraße nutzen, zu einem runden Tisch ein. Im Angebot hatte die Landrätin eine "Baustellenlösung", die die Vereine akzeptierten. "Wir wollen während der Sanierung den Trainingsbetrieb aufrecht erhalten", sagte die Landrätin gegenüber der SZ. Eine komplette Sperrung - die einfachste Lösung - hätte zu einer allzu schwierigen Situation für die Vereine geführt. Mithilfe einer Schmutzschleuse und einem WC-Container sei das Training weiterhin möglich, Turniere jedoch nicht. Ende Juni zeigt ein Experte einigen Vereinsvertretern, wie sie die Hallen sicher betreten und nutzen können. Gerald Müller, Vorsitzender des TV Ottweiler , sei mit dieser Lösung zufrieden: "Gut, dass es zum Gespräch gekommen ist und wir diese Begehung haben." Weil die Sanierung dringend notwendig sei, müsse man die Umstände akzeptieren. Für die beiden betroffenen Schulen ist während der Sanierung Außensport angesagt, wie Rebecca Spurk, Schulleiterin des Gymnasium Ottweiler , sagte: "Wir nutzen das gute Wetter, gehen auch mal schwimmen."

Alle Sportlehrer seien froh, dass die Halle saniert wird und die Kommunikation mit dem Landkreis sei vorbildlich gewesen.

Die Anton-Hansen-Schule wolle laut Katja Strauß-Zeller, stellvertretende Schulleiterin, ebenfalls das gute Wetter auskosten. Die Gemeinschaftsschule wolle zudem zwei Räume als Umkleiden umrüsten und das eigene Multifunktionsfeld nutzen.