Bauarbeiten am Kunstrasenplatz in Selbach haben begonnen

Kunstrasenplatz in Selbach : Kicker laufen bald auf recyclingfähigem Kork

In Selbach entsteht derzeit ein neuer Kunstrasenplatz. Auf der Baustelle gibt es aber noch viel zu tun. Ein Besuch.

Seit dem Jahre 2003 bilden der Fußballclub (FC) Selbach und der Sportverein (SV) Neunkirchen/Nahe eine Spielgemeinschaft (SG). Die Meisterschaftsspiele des Landesligisten und weiterer Mannschaften werden bis zum Oktober überwiegend auf dem Rasenplatz in Neunkirchen/Nahe ausgetragen. Dann geht es auf den Hartplatz nach Selbach. Nun verbessert die SG ihre Infrastruktur, denn in Selbach ist der Bau eines neuen Kunstrasenplatzes in vollem Gange. Der Anfang der 1980er-Jahre gebaute, 90 Meter lange und 60 Meter breite Hartplatz war ohnehin ein Sanierungsfall. „In Neunkirchen/Nahe ist ein Naturrasen, dann machen wir nicht noch einmal einen Hartplatz, sondern einen neuen Kunstrasenplatz. Das Projekt wird durch unseren Partner in der Spielgemeinschaft unterstützt“, berichtet der Selbacher Vorsitzende Norbert Haupenthal.

Der alte Tennenbelag ist mittlerweile  von einem Unternehmen aus Weil am Rhein abgetragen worden. „Mit dem abgetragenen Material haben wir den Hügel am Seitenrand erhöht, um eine neue Zuschauerfläche zu gestalten“, sagt Haupenthal. Auf dem künftigen Spielfeld (90 Meter lang und 60 Meter breit) wird gebaggert, Gräben zur Verlegung der Drainage werden gezogen. „An allen vier Ecken kommen Abwasserschächte hin“, so der Selbacher Vereinschef. Über den original Untergrundaufbau wird noch eine elastische Tragschicht draufgelegt und später darüber der Kunstrasen verlegt.

Der Verein hat sich dabei für eine Kunstrasenkonstruktion entschieden, bei der eine natürliche und druckstabile Verfüllung aus Kork zum Einsatz kommt. „Kork ist umweltfreundlich und heizt sich durch Sonneneinstrahlung während der Sommermonate nicht auf“, benennt Haupenthal die Vorzüge des künftigen Belags. Und zudem sei das Naturprodukt Kork noch zu einhundert Prozent recyclingfähig. „Nur auf dem Sportfeld des 1. FC Saarbrücken gibt es bislang landesweit einen Platz mit der Korkverfüllung“, teilt er mit.

Geplant ist, dass der Kunstrasenplatz Ende Juni fertig ist. „Das Spielfeld hat eine Gewährleistung von zwölf Jahren, ein Pflegegerät ist mit in der Finanzierung drin“, ergänzt Haupenthal. Abbaubare Fußballtore werden neu angeschafft, die beim Jugendspielbetrieb wieder schnell von der Torauslinie weggeräumt werden können. Hinter den beiden Gehäusen der Torhüter landen die Fehlschüsse der Kicker in zwei sechs Meter hohen Fangzäunen, die zusätzlich sensible Bereiche wie Bäume, Sträucher und das Sportlerheim vor harten Ballkontakten schützen.

Wenn die Firmen ihren Job erledigt haben, legen die Vereinsmitglieder Hand an. „Die abgebauten Barrieren am Seitenrand werden wieder montiert, und rundum gibt es viel zu tun“, so Haupenthal. Zudem wird der neue Platz komplett umzäunt. „Wichtig ist, dass wir das Wild vom Spielfeld fernhalten, nicht dass wir eines Tages Wildschweine auf dem Platz haben“, will der FC Vorsorge treffen.

Einen Betrag von 100 000 Euro – ob finanziell oder in Form von Eigenleistung – gilt es für die Selbacher beim Projekt zu stemmen. Der Kunstrasenplatz kostet nach Angabe des Vorsitzenden 360 000 Euro. Zuschüsse gibt es von der Sportplanungskommission (75 000 Euro) und der Gemeinde Nohfelden (80 000 Euro). Zudem ist eine Bedarfszuweisung vom Innenministerium in Höhe von 80 000 Euro zugesagt.

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