Barbara Spaniol geht ins Rennen

Barbara Spaniol, Vorsitzende der Linksfraktion, kandidiert am 25. Mai für die Wahl zum Oberbürgermeister in Homburg. Sie fordert unter anderem eine verkehrstechnisch gute Anbindung der Stadt Homburg mit der Reaktivierung der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken.

Die Nachricht des Abends ließ Barbara Spaniol erst am Ende des Neujahrsempfangs ihrer Partei "Die Linke" aus dem Sack. Die Vorsitzende der Linksfraktion im Homburger Stadtrat wirft ihren Hut in den Ring und kandidiert am 25. Mai für die Wahl zum Oberbürgermeister. "Ich bin bereit zur OB-Wahl", erklärte sie. "Die Stadt hat mehr verdient, die Bürger sollen wirklich die Wahl haben", fügte sie hinzu. "Ich trete für unsere Partei an und ich traue es mir auch zu", rief sie ihren Anhängern im voll besetzten Platz Kulturzentrum Saalbau unter großem Jubel zu.

In ihrer Begrüßung ging Barbara Spaniol zuvor auf ihrer Tour d'Horizon durch Homburg auf einige aktuelle Baustellen sowie politische Herausforderungen für 2014 ein. So forderte sie eine Beteiligungskultur, denn die Zeit sei vorbei, dass man riesige Einkaufscenter und Windpark-Anlagen ohne vorherige Beteiligung der Bürger beschließen könne, so Spaniol: "Es gibt kaum noch Akzeptanz für Großprojekte, daher wollen wir mehr Transparenz", sprach sie sich für eine nachhaltige Entwicklung der Innenstadt und gegen "Denkmäler" aus. Ein 16 500 Quadratmeter großes Einkaufscenter sei nicht der Königsweg für Homburg, befürchtet sie "ein Kaputtgehen der Geschäfte und eine Verödung der Innenstadt". Vielmehr fordert sie eine "Aufwertung des Saarpfalz-Centers, einen autofreien historischen Marktplatz, eine Verkehrsplanung, die diesen Namen auch verdient, eine verkehrstechnisch gute Anbindung der Stadt Homburg mit der Reaktivierung der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken sowie das Festhalten am Sportzentrum Homburg-Erbach".

Nicht hinnehmen dürfe man den Vorschlag des Wissenschaftsrates, der in seinem Gutachten zur Zukunft der Saar-Hochschulen die Schließung des zahnmedizinischen Instituts am Uniklinikum Homburg ins Gespräch gebracht hat. Barbara Spaniol wies auf die Folgen und die verheerende Auswirkung für den Wissenschaftsstandort der Medizinischen Fakultät hin. Alle Entscheidungsträger in Homburg seien aufgerufen, um für die zahnmedizinische Fakultät zu kämpfen und für sie einzutreten. Darüber hinaus müsse auch der Schulstandort Homburg gestärkt werden ("Wir brauchen echte Ganztagsschulen").

Nach der künstlerischen Hommage mit Goethes Faust von Alice Hoffmann an Hauptredner Oskar Lafontaine zeigte dieser sich sichtlich gerührt. Trotz angeschlagener Stimme verstand es Lafontaine, die Stimmung im Saalbau anzuheizen. So beschäftigte er sich mit den Themen Vermögen, Eigentum und Lohnentwicklung, schlug den Bogen zu Rente und den stetig steigenden Staatsschulden über die Überwachung der NSA bis hin zu den militärischen Einsätzen der Bundeswehr in Krisengebieten.

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