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Azubitag in der Seezeitlodge am Bostalsee

Testlauf für den Nachwuchs : Azubis zaubern bei der Deko und beim Kochen

Ein Essen nach dem Motto „Gudd Gess am See“ haben 25 Lehrlinge in der Seezeitlodge in Gonnesweiler geplant um umgesetzt.

Ein Teilbereich des Hotels selbst übernehmen, die Gäste und die eigenen Eltern verwöhnen und sich samt Ausbildungsjob vorstellen. Diese Gelegenheit bietet sich beim Azubitag in der Gonnesweiler Seezeitlodge. Dafür wurde vom Nachwuchs das Motto „Gudd gess am See“ ausgewählt. 25 Lehrlinge aller Ausbildungsjahre und Berufssparten haben ihre kreativen Ideen umgesetzt, den Azubitag selbstständig geplant und Lehrer, Sponsoren, Hotelleitung sowie Eltern eingeladen. „Wir erwarten 88 Gäste, gut 20 mehr als im Vorjahr“, berichtet Michelle Heinz, Auszubildende zur Restaurantfachfrau. Bei ihr sind zunächst die administrativen Planungen für die verantwortungsvolle Aufgabe zusammengelaufen. „Wir haben damit etwas früher angefangen, gegenüber dem Vorjahr haben wir viel dazugelernt“, ergänzt sie. Zeitig seien die Sponsoren angeschrieben worden und die Einladungskarten rausgegangen.

Kollektiv haben sich die Auszubildenden thematisch für die Verbindung zwischen dem Saarland und Frankreich für ihren großen Tag entschieden. „Wir wollen den regionalen Bezug in den Mittelpunkt stellen“, erklärt Heinz. Vor dem Azubitag klinken sich dann alle aus dem normalen Arbeitsalltag aus und widmen sich ganz den Vorbereitungen. Das Küchenteam trifft sich zu einem Meeting, Absprachen und Abläufe werden abgesprochen und koordiniert. „Jeder hat seine Aufgabe“, so der angehende Restaurantfachmann Mikel Hering, der beim Entree den Gästen Cocktails mit regionalen Zutaten als Alternative zum Sektempfang mixen wird. Alle sind eigene Kreationen, worauf der Barmann großen Wert legt. „Wir sind im Saarland, da gibt es auch die Flasche Bier und einen Viez“, meint Hering.

Gleich mehrere Töpfe hat Koch-Azubi Jannik Schupp auf dem Herd. Mit dem Messer schneidet er Feigen in Streifen, die der Soße einen speziellen Geschmack verleihen sollen. „In der Küche müssen wir auf den Punkt arbeiten“, weiß der Nachwuchs-Küchenchef. Hähnchenfilet steht bei Schupp auf der Tageskarte ebenso der Saar-Klassiker Dippelappes. Und die Azubis haben an die Vegetarier gedacht. „Wir haben Schupfnudeln mit Pilzen oder gebratene Tomaten“, erläutert Celine Ostrowsky. An Live-Stationen wird eine Trauntalforelle und Crepes Suzette zubereitet. „Wir werden auch flambieren“, teilt Ostrowsky eine weitere Besonderheit mit. Rosanna Frey und Yanik Berlt richten ein altes Dessert namens Kerscheplotzer an, dessen Rezept aus einem Hunsrücker Kochbüchlein stammt. „Ich habe nach saarländischen Desserts gesucht, aber es gibt ja nicht viel“, sagt Frey, die als Konditorin ausgebildet wird. Ebenfalls zum Nachtisch können die Gäste von einer französischen Hochzeitstorte naschen.

Rosanna Frey (links) und Yanik Berlt füllen die Kersche-Plotzer-Masse in Schälchen ab. Foto: Frank Faber

Nachdem eine Tagung beendet ist, richten die Lehrlinge einen großen Raum her. Neun nummerierte runde Tische werden platziert, die Sitzordnung ist vorgegeben. Nach und nach trifft die themenbezogene Dekoration ein, das Eindecken der festlichen Tafel beginnt. Millimetergenau werden Teller und Gläser aufgesetzt und die Bestecke bei einem Dinner klassisch in der Reihenfolge des Menüs von außen nach innen eingedeckt. Jassa Jacob schaut in ihr Manuskript. Sie wird in saarländischer Mundart den Abend moderieren und alles Wissenswerte über die Ausbildung berichten. „Alle Auszubildenden werden sich persönlich den Gästen vorstellen“, sagt Moderatorin Jacob zum Ablauf. Parallel wird ein Film über die Vorbereitungen des Azubitages gezeigt. Dazu werden alle Bildschirme im Raum nochmals getestet, sodass die Technik dem durchgetakteten Programm keinen Streich spielen kann. Mit dem Erlös des Tages werden die Auszubildenden zu einem gemeinsamen Ausflugstag starten.