Auf Schleichfahrt mit "Petra"

Neunkirchen. Obwohl Sturmtief Petra am Freitagabend über den Landkreis mit Schnee, Sturm und Kälte hereinbrach, blieb das ganz große Chaos weitestgehend aus. Beim Neunkircher Betriebshof hatte man Schlimmeres erwartet und sich auf die Situation gut vorbereitet. Nach einer kurzen Nachtruhe von gerade mal drei Stunden, waren die dortigen Mitarbeiter ab 3

 Wer keine Garage hat, muss vor dem Fahren sein Auto Freischaufeln oder -fegen - wie der Mann hier am Hüttenberg.
Wer keine Garage hat, muss vor dem Fahren sein Auto Freischaufeln oder -fegen - wie der Mann hier am Hüttenberg.
 Treppenaufgang vom Unteren Markt zur Vogelstraße.
Treppenaufgang vom Unteren Markt zur Vogelstraße.

Neunkirchen. Obwohl Sturmtief Petra am Freitagabend über den Landkreis mit Schnee, Sturm und Kälte hereinbrach, blieb das ganz große Chaos weitestgehend aus. Beim Neunkircher Betriebshof hatte man Schlimmeres erwartet und sich auf die Situation gut vorbereitet. Nach einer kurzen Nachtruhe von gerade mal drei Stunden, waren die dortigen Mitarbeiter ab 3.30 Uhr mit allen acht Räumfahrzeugen wieder im Einsatz, so dass die Hauptwege mit Beginn des Berufsverkehrs größtenteils geräumt waren. "Wir haben alles getan, um für einen möglichst reibungslosen Verkehrsbetrieb zu sorgen und Tief Petra die Stirn zu bieten. Auf alle Fahrzeuge wurden Schneeketten aufgezogen, so dass wir gut gerüstet waren", erklärte Betriebshofleiter Karl-Josef Scheer auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung. Er zeigte sich außerdem mit den Autofahrern zufrieden. Es sei festzustellen, dass immer mehr Pkw-Besitzer Winterreifen hätten. Scheer appellierte auch an die Mithilfe und das Verständnis der Bürger. "Wer in schwer zugänglichen Seitenstraßen wohnt und auf sein Auto angewiesen ist, sollte sich entweder Schneeketten zulegen oder in der Nähe einer Hauptverkehrsstraße parken. Gerade dann, wenn ein Sturmtief vorher angekündigt wird, wie es bei Petra der Fall war. Bei einer derartigen Witterung würde eine Räumung in engen, abschüssigen Straßen zu einer Verschlechterung der Verhältnisse und zu einer Art Bob-Bahn-Effekt führen." Die Abfuhr der Bio- und Hausmülltonnen habe dank der sorgfältigen Vorbereitung ebenfalls gut funktioniert. Das bestätigte man auch beim Entsorgungsverband Saar (EVS), wo die Abfuhr der Mülltonnen planmäßig erfolgt sei. Beim öffentlichen Nahverkehr kam es zwar zu Schleichfahrten, Verzögerungen und einigen Ausfällen, aber auch hier war man entsprechend gerüstet. "An besonders markanten Punkten sind einige Busse ausgefallen, vor allem an Steigungen oder auf Nebenstrecken. Im Großen und Ganzen konnten wir den Verkehr aufrechterhalten. Probleme gab es in den Höhenlagen, wie etwa im Bereich des Ottweiler Krankenhauses, am Biedersberg oder der Spieser Höhe. Ab etwa 9.30 Uhr fuhren wieder alle Linien", teilte Patrick Reichert vom Kundencenter der Neunkircher Verkehrs AG (NVG) mit. Zu größeren Problemen kam es hingegen bei der Regionalbus Saar-Westpfalz GmbH (RSW). "Gerade am frühen Morgen sind viele Busse ausgefallen. Ab etwa elf Uhr lief der Verkehr wieder planmäßig. Ein Riesenproblem hatten wir zwischen Neunkirchen und St. Ingbert wegen eines Unfalls am Spieser Berg", so Holger Marschner vom RSW-Kundenservice. Auch viele Schüler, die auf Bus- und Bahnverkehr angewiesen sind, konnten am letzten Schultag vor den Ferien nicht rechtzeitig erscheinen, oder mussten dem Unterricht ganz fernbleiben. Am Neunkircher Gymnasium am Steinwald beispielsweise stellte man fest, dass vor allem Schüler aus Bildstock, Friedrichsthal, Hangard und Münchwies betroffen waren.