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Auf die Sunpark-Gäste vorbereiten

Auf die Sunpark-Gäste vorbereiten

Nohfelden. Der Landkreis, das erklärt Landrat Recktenwald den Besuchern der Podiumsdiskussion im Nohfelder Rathaus, tue das Seine, damit im Jahr des trockenen Sees nicht auch das seit Jahren erfolgreiche Rahmenprogramm ins Wasser fällt. Hier hat es keinerlei Abstriche gegeben, denn der Bostalsee "ist der touristische Kristallisationspunkt

Nohfelden. Der Landkreis, das erklärt Landrat Recktenwald den Besuchern der Podiumsdiskussion im Nohfelder Rathaus, tue das Seine, damit im Jahr des trockenen Sees nicht auch das seit Jahren erfolgreiche Rahmenprogramm ins Wasser fällt. Hier hat es keinerlei Abstriche gegeben, denn der Bostalsee "ist der touristische Kristallisationspunkt." Über 20 Events sind es, die ab dem Doppelfeiertag 1. Mai/Christi Himmelfahrt über die Bühne gehen. Der Landrat, der den Tourismus im Landkreis zur Chefsache gemacht hat, sieht in diesem auch "einen zentralen Wirtschaftsfaktor für den Landkreis und die Region". Hier, so Recktenwald, liege eine große Chance für die Region insgesamt. Dazu müsse sich der Tourismus aber auch in allen Gemeinde professionalisieren, es müssten regelrechte "Willkommensstrukturen" herausgebildet werden und Öffnungszeiten sich künftig stärker an Gästewünschen orientieren. Forderungen, wie sie vielleicht auch der Kaiserslauterer Professor Karl Ziegler in seinem Referat über "Tourismus im St. Wendeler Land" aufgestellt hätte, wenn er, wie angekündigt, am Podium teilgenommen hätte. Der Tourismus-Experte war allerdings verhindert. Sein Vortrag wird, das versprach IHK-Geschäftsführer Peter Nagel, alsbald nachgeholt werden soll. So behielt es sich SZ-Redakteur Schmidt vor, neben etlichen interessierten Zuhörern, den übrigen Podiumsgästen kritische Fragen zu Ist-Zustand und Zukunftsaussichten des Fremdenverkehrs im Landkreis zu stellen. Unter anderem ging es dabei um die "Warnung" vor der See-Baustelle im Internet-Auftritt. Hier wollte Dagobert Schmidt wissen, ob es nicht besser wäre, die Leute erst einmal kommen zu lassen, als sie von vorneherein schon abzuschrecken. Dem entgegnete Andreas Veit, der einer ehrlichen Internet-Präsentation das Wort redete, schließlich wolle man durch verschweigen der Bauarbeiten niemanden dauerhaft verprellen. Kritik übte Magnus Jung, der SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag saß im Publikum. Für ihn kam die Veranstaltung in Nohfelden zu spät: "Wenn das Wasser fehlt, werden strukturelle Schwächen deutlicher. Es gab eine unzureichende Zusammenarbeit zwischen Kreis, Gemeinden und Gastronomie." Landrat Recktenwald entgegnete und sprach von einem "optimalen Timing" im Bestreben, "den Ausfall für die Saison so gering wie möglich" zu halten. Riesenaufschwung erwartetEine unzureichende Zusammenarbeit in der jüngeren Vergangenheit beklagte unterdessen Volker Merker. Allerdings bezog er dies auf die Gastronomen im Landkreis. Einen eigenen Kreisverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) gebe es leider schon seit Jahren nicht mehr. Hier müsse man alsbald einen neuen Anlauf nehmen, zumal der Ferienpark wahrscheinlich in heute noch nicht gedachte Dimensionen vorstoßen könne. Wenn etwa, so Merker, von den 150000 jährlich zu erwartenden Ferienpark-Gästen nur jeder Zehnte zum Essen in ein Restaurant außerhalb des Parks gehe, bedeute dies eine Zunahme von 15000 Essen jährlich, die von der regionalen Gastronomie bereitgestellt werden müssten. Merker: "Das gibt einen Riesenaufschwung." Dass sich die Region auf diese Gästezahl einrichten kann, betonte noch einmal Heinz-Peter Klein. Er legte dar, dass sich der "Sunpark" auf der Eckelhauser Seeseite von Center-Parcs vor allem dadurch unterscheide, dass sich die Feriendorf-Bewohner eben nicht nur und ausschließlich auf diesem Areal aufhalten. Das in durchaus erreichbarer Nähe zeitgleich im lothringischen Saarebourg in Angriff genommene Center-Parc-Projekt stelle also keine Konkurrenz für die zu erwartende 100-Millionen-Euro-Investition am Bostalsee dar. Der "Sunpark" sei genau das, was Gemeinde, Landkreis und Land sich immer gewünscht hätten. Das künftige Angebot für die Sunpark-Gäste müsse sich, das sagte Bürgermeister Veit, ganz realistisch, an dem orientieren, was gewünscht werde. Den Willen zur Zusammenarbeit in dieser Hinsicht unterstrichen bei dieser Podiumsdiskussion am Ende alle Beteiligten. Denn nur so werde der Park ein Erfolgsprojekt für das ganze Land. be