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Auf den Spuren eines Kirchhofer Adelsgeschlechts

Auf den Spuren eines Kirchhofer Adelsgeschlechts

Eiweiler. Für die Nachkommen des Kirschhofer Freiherrn Johann Albert von Winterscheidt zum Kirschhof ist das Familienforschungs-Buch von Gerd Heil ein Muss

Eiweiler. Für die Nachkommen des Kirschhofer Freiherrn Johann Albert von Winterscheidt zum Kirschhof ist das Familienforschungs-Buch von Gerd Heil ein Muss. Acht Jahre hat der 58-jährige Diplom-Kaufmann und Regierungsangestellte aus Fechingen an dem 500 Seiten starken Buch mit dem Titel "Vorfahren des Kapitäns der Reichsarmee Freiherr Johann Albert von Winterscheidt zum Kirschhof" gearbeitet. Der Autor, übrigens ein Nachfahre in siebter Generation, stellte das Buch, sozusagen vor Ort, beim Heimatkundlichen Verein Köllertal im Heusweiler Hof vor. Straßennamen wie "Unterer Hof" und "Oberer Hof" erinnern noch heute an die adelige Familie in Eiweiler. Die Nachkommen leben inzwischen im ganzen Saarland. Manche hat es aber auch in die Ferne verschlagen, wie Buchbestellungen aus Kanada und Lettland beweisen. Der Autor und Hobby-Heimatforschen beschäftigt sich seit seinem 18. Lebensjahr mit seinen Ahnen. Ein Ariernachweis (der unter der NS-Herrschaft erstellt werden musste) seines aus Lothringen stammenden Großvaters gab den Anstoß. Familienforschung sei für ihn, so erläutert er, "so ein Irrsinn wie bei anderen der Fußballfanatismus". Er habe klein angefangen, bei den Eltern und Großeltern begonnen. Später habe er dann in Archiven gestöbert. Für seine Forschungen war Gerd Heil auch in Baden-Würtemberg und im Elsass unterwegs. Der Kölner Raum soll folgen. Denn wie Gerd Heil herausgefunden hat, stammten die Winterscheidts aus dieser Gegend. Besagter Freiherr, der in Kirschhof einheiratete, war im 30-jährigen Krieg Generalwachtmeister gewesen. Bei seinen Forschungen stützte sich Heil auch auf Ortsnamen, alte Wappen und Militärakten aus dem 30-jährigen Krieg. "Dem Internet sei Dank" lernte er auch andere Forscher kennen. Nach vielen "Irrungen und Wirrungen" war das Werk fertig. Aus dem Buch lässt sich so allerhand lernen. So erfährt man beispielsweise, was ein Edelknecht oder ein Hausgenosse war oder was man sich unter Ministerialität oder Elendherbergen vorstellen kann. Auch von Rittern, Knappen, Kreuzzügen und Turnieren wird erzählt und wie damals Eheschließungen zustande kamen. Eine Bewohnerin des Kirschhofs erzählte, sie habe zwei Monate gebraucht, um das Buch zu lesen. Es habe sie zu Forschungen über die andere Familienseite angestachelt. Und so habe sie sich mit Heimatforschern in Verbindung gesetzt. "Man geht hin, guckt in die Bücher, es ist wie ein Puzzle", fasst sie ihr neues Hobby zusammen. Der Vorsitzende des Heimatkundlichen Vereins Köllertal, Hans-Joachim Klein, lobte den Spürsinn des Autors. Das Ergebnis sei wie ein spannender Detektivroman. Noch ein Tipp des Autors: "Suchen Sie ihre Vorfahren nicht. Wenn sie gefunden werden wollen, melden sie sich von selbst." hofVortrag: Am Donnerstag 25. Februar, hält Professor Hans-Walter Herrmann in der Heusweiler Heimatstube (Schulstraße) einen Vortrag mit dem Titel: "1919 - Schicksalsjahr der Saar".