Andreas Veit will Bürgermeister der Gemeinde Nohfelden bleiben

Bürgermeister-Wahl : Veit will seine Arbeit fortsetzen

Nohfeldens Bürgermeister Andreas Veit strebt seine dritte Amtszeit an. Der CDU-Mann will angefangene Projekte weiterführen.

Bei Amtsantritt im Jahr 2005 war er der jüngste Bürgermeister im Saarland. Mittlerweile ist Andreas Veit (CDU) 48 und will in seine dritte Amtszeit gehen. Rückblickend ist er froh, so früh Bürgermeister geworden zu sein: „Wenn man relativ jung ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man mehr als eine Amtszeit hat; dann kann man irgendwann Erfahrung und Routine einbringen und so kommunale Dinge mehr beeinflussen, als wenn man vielleicht nur eine Amtszeit vor sich hat.“

Und Veit möchte gerne weiter arbeiten, „angefangene Projekte fortführen“, wie er sagt. Dabei habe er das Gefühl, dass die Nohfelder mit seiner Arbeit zufrieden seien. Und auch er fühlt sich wohl: „Ich bin gerne Bürgermeister und könnte mir vorstellen, das bis zum Ende meines Berufslebens zu bleiben.“ Zwar wisse man nie, was komme, aber feststehe: „Die Arbeit wird nie langweilig, und die Entwicklung in der Gemeinde ist positiv, plötzlich gibt es wieder Spielräume.“

Andreas Veit will aber nicht zu weit planen. „Vieles ist einfach Zufall: Es kommt eine Situation – und dann muss man eine Entscheidung treffen.“  Diese Einstellung hatte er schon immer, sagt er. Zwar sei er schon zu Schulzeiten auf dem Arnold-Janssen-Gymnasium politisch interessiert gewesen. Besonders erinnert er sich an den Tag, als Helmut Kohl Bundeskanzler wurde: „Beim Misstrauensvotum habe ich gebannt vorm Fernseher gesessen, es hat mich fasziniert zu sehen, dass  ein Bundeskanzler nicht mehr weiter machen durfte.“ Das politische Interesse mündete im Politik-Leistungskurs. Aber geplant habe der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt (FH) die politische Karriere nicht. Vielmehr sei er da hineingerutscht. „Mein Bruder war Vorsitzender der Jungen Union, mit 17 trat ich dann auch bei“, so Veit. Von nun an wuchs das Interesse an der Kommunalpolitik. Ein Schritt kam nach dem anderen: Veit wurde Vorsitzender der JU in Gonnesweiler, 1999 Gemeinderatsmitglied und dann eben Bürgermeister. 61,1 Prozent entfielen 2005 auf ihn, 74,9 Prozent waren es 2012.

Seit 2015 ist Veit CDU-Kreisvorsitzender. Auch hier gab es – nach dem Tod Hans Leys – eine Anfrage, und es galt, eine Entscheidung zu treffen. Und was hat sich damit verändert? „Die Wahrnehmung in Saarbrücken ist gestiegen“, sagt der 48-Jährige. Und obwohl er als Bürgermeister bemüht sei, über Parteigrenzen hinweg zu agieren, werde er in der Bevölkerung wieder mehr als CDU wahrgenommen. Aber das sieht Veit gelassen: „Parteien sind ja nichts Schmuddeliges, und es ist offensichtlich, dass ich mich in der CDU engagiere.“

Und noch etwas habe sich mit dem neuen Posten verändert, bedauert er: „Meine Familie kommt noch etwas kürzer.“ Veit ist verheiratet und hat einen Sohn. Neben der Politik ist sie sein Lebensinhalt. Für Hobbys bleibe da keine Zeit mehr, sagt Veit. Dabei findet er es schade, „dass ich so wenig Zeit zum Lesen finde“.

Auf seine Arbeit als Bürgermeister wirke sich der Parteivorsitz im Landkreis weniger aus, denkt Veit. Zumal er ein starkes Team hinter sich wisse: „Ein Kreisvorsitzender macht die Arbeit ja nicht alleine.“ Er sei nicht der Typ, der sich auf jeder Jahreshauptversammlung und jedem CDU-Fest blicken lasse. Das könne er zeitlich gar nicht leisten. Und: „Die Arbeit in der Gemeinde hat Priorität.“

Und da gebe es weiter viel zu tun. Nachdem die Großprojekte Ferienpark und Umbau des Bahnhofs Türkismühle abgeschlossen sind, will Veit weiter das vorantreiben, was er sich von Anfang an auf die Fahnen geschrieben habe: das äußere Erscheinungsbild der Dörfer verbessern. Zwar sei auch da bereits viel passiert – Veit nennt das Kirchenumfeld in Neunkirchen/Nahe und den  Kreisel in Türkismühle als Beispiele –, aber es gebe noch genug zu tun. Lange Jahre sei die Finanzlage eben doch sehr begrenzt gewesen. Aber wenn sich die Situation weiter verbessere, dann müsste Geld in die Straßen, Wege und Plätze investiert werden. In der Vergangenheit habe die Gemeinde bereits einige Gebäude angekauft und abgerissen. „Niemand wohnt gerne neben einem Schandfleck“, betont Veit, dass es da um mehr als nur ums Schön-Aussehen geht.

Da sich der Tourismus so gut entwickele, denkt Veit auch über eine Tourismusabgabe, die die Touristen zahlen müssen, und einen Tourismusbeitrag für Gewerbetreibende nach. Die Voraussetzungen dafür würden  gerade auf Landesebene geschaffen. Wenn das soweit sei, sollte auch die Gemeinde Nohfelden profitieren. „Allein 50 Cent pro Gast, das wären bei 500 000 Gästen 250 000 Euro.“ Und weiter: „Damit könnten wir an der ein oder anderen Stelle in der Gemeinde was machen.“ Da das Geld zweckgebunden für den Tourismus eingesetzt werden müsste, nennt Veit ein paar Beispiele: Unterhaltung von Wanderwegen, mehr Spielgeräte auf dem Nahequelle-Pfad oder eine Inwertsetzung der Burg. Aber: „Man soll das Fell nicht verteilen, ehe der Bär erlegt ist.“

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