An den Fässer hätte Diogenes Spaß

An den Fässer hätte Diogenes Spaß

„Wir machen heute nicht nur ein Fass auf, sondern gleich ganz viele“, begrüßte Petra Paul mit ihrem Ehemann Josef die Gäste, die zur Eröffnung ihres neuen Weindorfes am Weinstrand am Schwarzrindersee in Thailen gekommen waren.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer führte die Riege der Gäste bei der Eröffnung des Weindorfes in Thailen an. Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich war gekommen, Staatssekretär Jürgen Barke vom Wirtschaftsministerium, Bürgermeister Werner Hero, Ortsvorsteherin Helma Kuhn-Theis und Pastor Joachim Haupenthal und viele mehr. In kurzweiligen Worten ließ die Gastgeberin die Entstehungsgeschichte Revue passieren, informierte, wie es zum Bau der besonderen und einzigartigen Hotel-Anlage in freier Natur gekommen war.

"Wir wollten etwas einzigartiges schaffen, das die Urlauber in die Kurgemeinde Weiskirchen ziehen sollte", betonte Petra Paul. Entstanden sind schöne Schlaf- und Badezimmerfässer mit viel Komfort, der einem Drei-Sterne-Hotel gleichkommt. Dazu wurde eine Auszeit-Oase geschaffen mit Sauna und Ruhezone. "Diogenes hätte sich in einem solchen Fass wohlgefühlt", waren viele der Besucher einer Meinung. Nachdem sämtliche Planungen, behördliche Auflagen und Finanzierung in trockenen Tüchern waren, wurde von Oktober vorigen Jahres bis zum April gebaut.

Auf rund 2000 Quadratmeter sind 16 Fasseinheiten aufgestellt worden, die insgesamt 36 Übernachtungsgästen Platz bieten. Dazu wurden rund 600 Weinreben gepflanzt. "Lassen sie sich alle fas(s)zinieren", meinte die Hotelchefin. Jetzt sei es keine Vorstellung mehr: am Strand zu sitzen, Wein zu trinken und ein Fass aufzumachen sind im nördlichen Saarland wahr geworden.

"Ab in die Tonne, hat im Saarland nun eine besondere Bedeutung erlangt", gratulierte Kramp-Karrenbauer den Betreibern des Weindorfes, dass sie sich nicht von ihrer Idee abbringen ließen und hartnäckig verfolgt haben. Man könne die Wohnanlage mit dem neuen saarländischen Slogan "Großes entsteht im Kleinen" vergleichen. Das Saarland habe eine neue Attraktion, eine zwar urige Art der Übernachtung, aber dennoch mit allem Komfort. "Als Ortsvorsteherin bin ich ganz stolz auf dieses einzigartige Ambiente mitten in der Natur und in unserem Heimatort", sagte Helma Kuhn-Theis.

Ganz erstaunlich sei es, dass sich Nichtsaarländer für ein touristisches Kleinod im Hochwald eingesetzt hätten. Noch gewöhnungsbedürftig ist für Bürgermeister Hero das Weinfasshotel in der Biergegend. Aber für die Förderung des Tourismus in seiner Gemeinde sei es eine enorme Bereicherung. "Diesem wertvollen Projekt zur Förderung des Tourismus im Nordsaarland konnte sich das Wirtschaftsministerium nicht verschließen", sagte Staatssekretär Jürgen Barke und übergab einen Zuwendungsbescheid der Landesregierung. Mit der Einsegnung vertrieb Pastor Haupenthal die bösen Weingeister und bat darum, dass die guten bleiben werden. "Die Kinder, die ich getauft habe, haben sich alle gut entwickelt", sagte er und wünschte wie seine Vorredner dem Weindorf gutes Gelingen. Umrahmt wurde der Festakt von den Original Hochwald Musikanten aus Konfeld.

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AUF EINEN BLICKWeindorf: Jede Einheit besteht aus zwei Fässern, einem Schlaf- und einem Sanitärfass. Für Familien stehen zwei Schlaffässer zur Verfügung. Bequeme Betten bieten im beheizten Fass hohen Komfort (auch W-Lan). Ein geräumiges Bad mit Dusche, WC, Waschbecken, Fön, Handtüchern und Strandsandalen gibt es im Sanitärfass. Eine Terrasse mit Tisch und Stühlen ergänzt die Einheit. In der Aus-Zeit-Oase steht eine Sauna zur Verfügung. Einen Weinstrand und ein Weinlokal gibt es ebenfalls. Die Wohnmobil-Oase zwischen Holzbach und See bietet zahlreiche Wohnmobilstellplätze. Der Stellplatz kostet 13 Euro am Tag, inklusive Strom, Ver- und Entsorgung. Bei Bedarf steht ein Brötchenservice zur Verfügung. eb

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