Theater: Am Ende war das rote Auto futsch

Theater : Am Ende war das rote Auto futsch

Die Söterner Theatertage boten mit der Komödie „Der Grillclub mit dem roten Auto“ herrlichen Bühnenspaß. Thema war der Geschlechterkampf.

Laut heult die Sirene in der Söterner Mehrzweckhalle, in der zu den zwei Vorführungen des Theatervereins rund 500 Zuschauer kamen. Auf der Bühne stolpern drei Feuerwehrmänner in einer Szenerie aus Feuerwehrhaus und Grillecke aufgeregt hin und her. Da war schnell klar, dass das in diesem Jahr gespielte Stück anlässlich der Söterner Theatertage mit der Feuerwehr zu tun haben muss. Tatsächlich ist das Thema Feuerwehr für die Protagonisten des Stücks aber nur eine lästige Nebensächlichkeit. Der Titel der Komödie „Der Grillclub mit dem roten Auto“ und das Bühnenbild lassen ahnen, wobei sich die drei verbliebenen Feuerwehrmänner einer Ortsfeuerwehr viel wohler fühlen, nämlich beim Schwenken. Der Schlendrian ist bei den drei putzigen „flotten Jungs“, wie sich Knut, Harry und Bastian selbst nennen, an der Tagesordnung. Nach einem verpatzten Einsatz, die Männer waren ohne Schläuche zum Brandeinsatz gefahren, nimmt sich schließlich der Kreisbrandmeister Alfons Schaaf des Lotterlebens an. Er ernennt eine Frau zur neuen Chefin, die fortan das chaotische Dreigestirn an die kurze Leine nimmt.

Ein Kulturschock für die Männer, müssen diese bei der vegetarischen Chefin und Antialkoholikerin Ina Specker doch fortan ohne Grillfleisch und Bier auskommen. Und schlimmer noch, es treten weitere Frauen, nämlich die Ehefrauen von Knut und Harry, der Wehr bei und graben den charismatischen Herren mehr und mehr das Wasser ab. Bei einer internen Feuerwehrolympiade unter der Leitung der Dorftratschliese Grete Knalldall müssen die Männer schließlich ihr Können gegen die Frauen unter Beweis stellen. Ein herrlich inszenierter Geschlechterkampf mit allen bekannten Vorurteilen nahm seinen Lauf und ließ beim Publikum jede Menge Lacher und immer wieder Szenenapplaus aufkommen. Am Ende verlieren natürlich die Männer und der Kreisbrandmeister macht die Wehr nach einem weiteren verbockten Einsatz, zu dem die Truppe wegen des an einen Landwirt im Tausch gegen Grillfleisch verliehenen Feuerwehrautos erst gar nicht ausrücken konnte, endgültig dicht. Für die Mitglieder des Grillclubs kein Problem, können sie jetzt ihrer besseren Begabung doch wieder uneingeschränkt nachgehen. Nur ohne rotes Auto, aber dafür auch ohne lästige Frauen und mit viel Bier im Kühlschrank und Grillfleisch auf dem Schwenker.

Für Spielleiterin Marina Kochems und ihre Akteure stand der Spaß für das Publikum bei der diesjährigen Stückauswahl im Vordergrund. „Theater soll Spaß machen und beim Publikum für reichlich Lacher sorgen. Natürlich wollten wir auf keine vergleichbaren Verhältnisse bei einer realen Feuerwehr anspielen. Das was wir gespielt haben war rein fiktives Theater, ohne jeglichen Bezug zur Realität“, erzählt sie. Und genau so hat es das Publikum auch verstanden und sich köstlich amüsiert.

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