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Am Bostalsee werden die Segel gesetzt

Am Bostalsee werden die Segel gesetzt

Eckelhausen. Bug und Heck, Luv und Lee, das sind nur ein paar der Fachbegriffe, mit denen sich der interessierte Laie konfrontiert sieht, wenn er das Internet unter dem Stichwort "Segeln" durchstöbert. Klingt nach viel Theorie und erinnert ein wenig an das Vokabelnlernen in der Schulzeit

Eckelhausen. Bug und Heck, Luv und Lee, das sind nur ein paar der Fachbegriffe, mit denen sich der interessierte Laie konfrontiert sieht, wenn er das Internet unter dem Stichwort "Segeln" durchstöbert. Klingt nach viel Theorie und erinnert ein wenig an das Vokabelnlernen in der Schulzeit. Doch keine Panik: "Für Leute, die erstmal herausfinden wollen, ob Segeln überhaupt etwas für sie ist, gibt's einen Grundkurs. Ohne Theorie, learning by doing", sagt Franz Jungmann, seines Zeichens Segelausbilder, Materialwart und die gute Seele der Saarländischen Yachtschule am Bostalsee. Und dieser Schnupperkurs kann ab sofort wieder gebucht werden, denn die Segelsaison hat so gut wie begonnen: Das erste Boot liegt im Wasser und am kommenden Samstag startet um 14 Uhr das offizielle Ansegeln beim Segelclub-Nordsaar an der Seglerbasis in Bosen/Eckelhausen.Acht Vereine"Der Segelclub Nordsaar ist einer von acht Vereinen, die im Landesverband Saarländischer Segler (LVSS) organisiert sind. Und die Yachtschule an der Landesseglerbasis in Eckelhausen ist eine Art Ausbildungsabteilung im Landesverband", erläutert Michael Doll, Obmann der saarländischen Yachtschule, die Verbandsstruktur. "In der Yachtschule kann man neben dem zwölfstündigen Grundkurs Segeln auch den Sportbootführerschein Binnen für Segel- und Motorboote machen", so der 44-Jährige. Die Voraussetzungen? "Also, schwimmen sollte man können. Und für den Segelführerschein muss man 14, für den Motorbootführerschein 16 Jahre alt sein. Zudem muss man eine augenärztliche Untersuchung bestehen", sagt Doll. Denn eine Rot-Grün-Sehschwäche ist ein Ausschlusskriterium. "Das kommt daher, dass auf See so viel durch Farben gezeigt wird. Rot ist immer Backbord und grün ist immer Steuerbord", erklärt Segelausbilder Franz Jungmann. Aha. Schon wieder neue Vokabeln und was ist nochmal schnell Backbord und was Steuerbord? "Ich sage meinen Schülern immer, in Steuerbord ist noch ein r mehr drin, also ist das rechts. Backbord ist links", fügt der 65-Jährige schmunzelnd eine Eselsbrücke hinzu. Klingt plausibel. Auch für Bernhard Schroeder aus Wahlenau im Hunsrück. Der 52-Jährige weiß, wo Steuerbord und Backbord sind. Rot und grün kann er auch unterscheiden. Beste Voraussetzungen also, in diesem Sommer erfolgreich den Sportbootführerschein Binnen zu erwerben. Und das hat sich der gebürtige Saarländer fest vorgenommen: "Seit rund drei Jahren habe ich ein Camping-Grundstück am Lac Vert in Mittersheim gepachtet. Ein Campingnachbar hat aus Altersgründen das Segeln aufgegeben und mich gefragt, ob ich sein Boot haben möchte. Da habe ich ja gesagt. Jetzt muss ich nur noch segeln lernen", erklärt Schroeder und lacht. Und dafür lernt er auch schon fleißig.Denn für den Sportbootführerschein Binnen braucht man sie dann doch wieder, die Theorie, und das Wissen um Bug (Vorderteil des Bootes) und Heck, Luv (dem Wind abgewandte Seite) und Lee (dem Wind abgewandte Seite).Weitere Informationen zur Saarländischen Yachtschule und ihren Kursen erhalten Interessierte unter www.saarlaendische-yachtschule.info sowie bei Michael Doll unter Telefon (0177) 2 74 69 66.

HintergrundAm kommenden Samstag findet ab 14 Uhr das offizielle Ansegeln mit anschließender Bootstaufe beim Segelclub-Nordsaar an der Seglerbasis am Bostalsee statt. Außerdem veranstaltet der Landesverband der Saarländischen Segler vom 21. bis 22. Mai ein "Opti-Schnupperwochenende" auf dem Verbandsgelände der Seglerbasis Bosen/Eckelhausen. Hier können Kinder zwischen acht und 14 Jahren unter fachmännischer Anleitung mit dem Jüngstenboot, dem Optimist, das Segeln kennenlernen. Der Eintritt ist frei. eva