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Altes Gemäuer auf dem Prüfstand

Altes Gemäuer auf dem Prüfstand

Die eigenen vier Wände von der besten Seite zeigen, hieß es gestern für Petra Stragand und Werner Tuba aus dem Landkreis Neunkirchen. Die Landesjury des 15. Bauernhauswettbewerbs stattete ihren Bauernhöfen einen Besuch ab.

Wiebelskirchen/Mainzweiler. "Wir freuen uns, dass aus dem Landkreis Neunkirchen zwei Menschen an dem 15. Landeswettbewerb Saarländischer Bauernhäuser teilnehmen. Damit steht der Landkreis gut da", sagte Heinz Quasten, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Landeskunde im Saarland. Beim letzten Bauernhauswettbewerb vor zwei Jahren habe sich nämlich niemand aus dem Landkreis für den landesweiten Wettbewerb angemeldet.Gestern Nachmittag stattete die neunköpfige Landesjury im Rahmen ihrer landesweiten Besichtigungstour zunächst dem Forsthaus Eberstein in Wiebelskirchen einen Besuch ab. Werner Tuba, der das 1890 erbaute Haus zusammen mit seiner Frau Sabine Kunzen-Tuba im Jahr 2003 gekauft und in den folgenden Jahren renoviert hat, führte die Jury im Regen ums Haus herum. Die Juroren zückten Schirm, Klemmbrett und Stift und bewerteten die Optik des Bauernhauses. Von der Dachform, über die Fensterformate bis hin zu kleinen Details wie der Hausnummer - 26 Aspekte galt es zu berücksichtigen und auf einer Skala von null bis zehn Punkten zu bewerten. Ein Dorn im Auge war der Jury die Photovoltaikanlage auf dem Dach. "Weil sich die Anlage aber auf der Rückseite befindet und die Vorderseite sowieso vier Mal stärker gewertet wird, ist das im Hinblick auf die Gesamtwertung nicht so schlimm", so Quasten. Als die Jury sich eine intensive halbe Stunde später auf den Weg nach Mainzweiler machte, zeigte sich Werner Tuba erleichtert: "Ich habe versucht, mein Bestes zu geben." Angemeldet hat er sich zum Wettbewerb, weil er zeigen wollte, was er und seine Frau alles geleistet haben, um das Haus, das zehn Jahre leer stand, herzurichten.

Petra Stragand aus Mainzweiler empfing die Jury mit Kaffee, was in Hinblick auf das gestrige Wetter eine Wohltat war. Wieder zogen die Herrschaften ums Haus herum; ungestört, denn die Besitzerin hatte ihre Laufenten extra eingesperrt. Im Hintergarten des Bauerhauses stieß die Jury auf Sichtmauerwerk, ein zugemauertes Scheunentor, und ließ sich von der Besitzerin erklären, dass sie die Stelle nach dem Hauskauf im Jahr 2004 frei gelegt habe. "Ich hatte den alten Putz entfernt und keinen neuen mehr drauf gemacht, weil ich Sichtmauerwerk liebe", sagte sie. Während die Jury morgen weitere Bauernhöfe besichtigt, drückt Petra Stragand sich selbst und ihrem Südwestdeutschen Einhaus aus dem Jahr 1750 die Daumen. Bereits als Kind habe sie ein Bauernhaus besitzen und damit beim Bauernhauswettbewerb gewinnen wollen. Jetzt fehlt ihr nur noch der Sieg. Morgen Abend fällt die Entscheidung.